03. April 2025, 23:08:44 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
 
   Übersicht   Hilfe Kalender Einloggen Registrieren  
Seiten: [1] 2 3 ... 5
  Drucken  
Autor Thema: Ilaydas Haus  (Gelesen 20472 mal)
Lix
Condra-Mitglied
Titan
*****
Beiträge: 3918



« am: 14. Mai 2010, 11:08:59 »

*Jemand hat das "zu Verkaufen"-Schild entfernt. Derselbe Jemand hat anscheinend versucht, den Garten ein wenig zu entwirren.
Die Nachbarn beschwören, vorgestern Nacht einen Geist auf dem Grundstück gesehen zu haben: einen kleinen, weißhaarigen Jungen.*
Gespeichert
Tobi
Condra-Mitglied
Halbgott
****
Beiträge: 2136



WWW
« Antworten #1 am: 04. Juni 2010, 20:14:29 »

"Aber ich will mir in die Akademie und ich will mit anderen Kindern spielen und überhaupt. Die Stadt ist viel zu groß und stinkt und ich will aaaaaaaaaaaaaaaaaales sehen Onkel Florian, du musst mir alles zeigen."

Der Kleine war Wütend, soviel war klar. Wahrscheinlich hatte er einfach nur Angst um seine Mutter, die hochschwanger, in letzter Zeit immer mehr gesundheitliche Schwierigkeiten bekommen hatte. Aber ein Händchen mit Menschen und insbesondere mit Kindern hatte man Florian noch nie nachsagen können. Egal wann.

"Jetzt hör auf dich so zu benehmen. Ich hab dir schon tausendmal erklärt, warum du nicht rausdarfst. Du bist wirklich intelligent genug um das zu verstehen, jetzt üb dich gefälligst in etwas Selbstdisziplin. Ich muss nach Grenzbrueck, jetzt. Da werd ich dann Tante Lix heiraten und wenn wir wieder zurückkommen und ich hierbleibe, dann können wir zusammen raus gehen."

"Ich will aber dabei sein, wenn ihr heiratet. Tante Lix ist so toll und Mama hat gesagt, dass die Kinder immer die Ringe halten dürfen."

"Ja, das ist normalerweise auch so, aber du kannst nicht mitkommen, das weißt du genau. Wir werden hier nochmal feiern für unsere Freunde hier. Da kannst du dann dabei sein."

".. und dann darf ich auch die Ringe tragen."

"Nein, den wird sie dann schon tragen."

"Das sit aber gemein."

"Tja, so ist das Leben. Wenn du mal ein mächtiges Artefakt aus ein paar der besten Materialien der Welten schmiedest, dann darfst du damit machen, was du willst"

"Das werd ich auch, du wirst schon sehen. Ich werde das mächtigste Artefakt von allen erschaffen."

"Ja, tu das mal. Also ich bin jetzt weg. Ich werd keine Zeit mehr haben Tante Lix in der Akademie, oder im Hospiz zu suchen. Also, wenn sie wieder kommt, sag ihr, dass ich schon weg bin. Einverstanden Felix Talon Phönixflug?"

"Ja, einverstanden Onkel Florian. Ich pass auf."

Ein wenig poltern oben im Dachgeschoss und kurze Zeit später flog ein schwarzer Rabe Richtung Norden aus Tharemis davon.

Gespeichert

I must eat your Dinner ... cause Shakespeare said so.
Lix
Condra-Mitglied
Titan
*****
Beiträge: 3918



« Antworten #2 am: 12. Juni 2010, 22:29:07 »

*Es ist schon spät, als Lix mit einem Bündel unter dem Arm an Ilaydas Stadtvilla ankommt. Als sie über die Brücke geht, beäugt sie misstrauisch das Wachhäuschen, viel zu oft hatte der Junge ihr dort aufgelauert um sie zu erschrecken. Und zu ihrem grenzenlosen Ärger hatte das auch jedes Mal sehr gut funktioniert...*
Gespeichert
Tobi
Condra-Mitglied
Halbgott
****
Beiträge: 2136



WWW
« Antworten #3 am: 13. Juni 2010, 16:24:15 »

*doch diesmal hatte Felix sowas anscheinend nicht vor, wie der kleine weiße Wuschelkopf, mit den neugierigen Augen, die einem gewissen anderen Phönixflug so verdammt ähnlich sahen, andeutete, als er aus dem Türschlitz lugte.
Als Lix die Brücke betrat flog die Tür auf und der Junge lief mit ausgebreiteten Armen und einem verdammt schelmischen Grinsen, in das man alle fiesen Streiche dieser Welt hineininterpretieren konnte auf Lix zu*

"Tante Lix, Tante Lix, Tante Liiiiiiiiiiiix."

*Lix legte das Bündel hin und ging auf ein Knie um den Kleinen aufzufangen, da passierte alles auf einmal. Ihr wurde furchtbar schlecht und übel, wie auf einem Schiff bei stürmischer See, nur passierte es hier sofort. Dann verschwand der Sohn von Florians Bruder nur ein verschwommener weißer Streifen war zu sehen. Urplötzlich und direkt vor Lix Nase und alles war still. Die Geräusche von der Straße, die Vögel in den Bäumen und sogar der Dunkelbach verstummte.
Langsam, wie Bewegungen unter Wasser, als wäre die Luft plötzlich furchtbar zäh, drehte Lix den Kopf zur Seite, als sie in der Stille etwas leises hinter sich hörte, wie Ledersohlen auf Holz und ihr Blick glitt über den Dunkelbach.
Der Fluss führte im Sommer zwar recht wenig Wasser, aber trotzdem spritze und platschte es immer ... außer jetzt. Die Spritzer waren wie eingefroren und hingen in der Luft, genauso, wie ein Eisvogel, der gerade einen kleinen Fisch gefangen hatte und wieder vom Wasser wegfliegen wollte.
Der kleine blaue Vogel hing keinen Fingerbreit über dem Wasser mit ausgebreiteten Flügeln, die aber nicht schlugen, wie aufgemalt
... und dann hörte Lix erneut das einzige Geräusch in dieser, eingefrorenen gespenstig leisen Kulisse. Das verräterische Kratzen einer Ledersohle auf Holz, doch bevor sie sich vollends umdrehen konnte kam die Übelkeit wieder, das Wasser rauschte, der Eisvogel flog davon und zwei Arme legten sich von hinten um Lix Hals.

Reflexartig stand sie auf und ihre Kraft tastete nach der Macht des Humus in ihrem Arm und in ihrer Hand, die ihre Knochen zu tödlichen Waffen machen würden, doch es war zu spät.
Der Druck den die Arme auf ihren Hals ausübten nahm zu, sie drehte sich schwungvoll um ... doch da war niemand, aber der Druck der Arme an ihrer Kehle stieg und ein hohes Lachen und Gekicher erfüllte ihre Ohren.

"Hab dich Tante Lix, hab dich, hab dich. Schon wieder. Haha"

die Arme, die der Kleine um Lix Hals geschlungen hatte ließen los. Er rutschte runter über Lix Rücken, da sich dadurch, dass die Prima aus der Hocke hochgekommen war seine Füße einen guten halben Meter über dem Boden befanden und plumpste immer noch lachend zu Boden.
Gespeichert

I must eat your Dinner ... cause Shakespeare said so.
Lix
Condra-Mitglied
Titan
*****
Beiträge: 3918



« Antworten #4 am: 13. Juni 2010, 22:06:11 »

*Lix blinzelte heftig und stolperte gegen das Geländer. Fahrig tastete sie nach ihrem Gesicht, auf der Suche nach den alten Narben. Florian hatte sie einmal liebevoll seinen "Detektor" genannt... aus irgendeinem Grund war das lustig, trotz der klebrigen Übelkeit fing sie an, laut zu lachen.*
Gespeichert
Tobi
Condra-Mitglied
Halbgott
****
Beiträge: 2136



WWW
« Antworten #5 am: 14. Juni 2010, 00:17:21 »

* Talon hatte sein meisterlich geplantes Attentat schon fast wieder vergessen und sobald seine Tante zu lachen anfing wendete er seine ganze Aufmerksamkeit dem Bündel zu, das Lix unter dem Arm getragen hatte und begann es zu inspizieren.

Derweil kratze sich Lix ausgiebig im Gesicht, während sie weiter lachte und ihre schlimmsten Befürchtungen über ihren Neffen bewahrheitet sah. Dieser Junge würde irgendwann  irgendeine Akademie sowas von auf den Kopf stellen, oder einen Lehrmeister dermaßen in Verzweiflung treiben ...

Die alten Narben waren vielleicht nicht aufgebrochen, aber sie juckten furchtbar. Als wenn sie mit dem Gesicht in einen Brennnesselbüschel gefallen wäre.
Sobald ihr Lachen zu einem Kichern abgeebbt war klemmte sich die Prima ihr Bündel unter den einen und Talon unter den anderen Arm und bugsierte beide durch die Tür ins Haus, wo hoffentlich ein paar weniger Augen aufmerksam waren.

Während sie ihre Sachen auf den Tisch packte redete der Junge wie ein Wasserfall auf sie ein.

"und, hab ich dass nicht toll gemacht? Das war so wie Onkel Florian, als er mich in Grenzbrueck auf das Schiff gebracht hat. Ich find das total super. Nur bei Onkel Florian konnte sich keiner bewegen. Ist das, weil du Elementaristin bist? Papa sagt, dass Magier und Elementaristen die Magie von anderen aufheben können, wenn sie wollen. Er macht das immer, wenn mir was rausrutscht, was ich nicht wieder zurückbekomme. Onkel Florian ist nach Grenzbrueck geflogen und er sagt, dass er keine Zeit hat noch bei dir vorbeizukommen und Tschüss zu sagen. Papa war hier und hat sich um Mama gekümmert. Die liegt immer noch oben im Bett und ist krank. Es ist irgendwas mit dem Babie das nicht wäre, wenn ich nicht gebohren worden wäre. Sie wollten zwar nicht, dass ich das höre, aber Papa hat gesagt es wäre gefährlich. Aber er ist wieder weg, weiter nach den Druiden suchen. Er hat gesagt, vielleicht hätte er eine gute Spur gefunden.
Papa hat einen Brief für dich dagelassen."

* etwas zögernd überreicht der Kleine Lix einen Brief und man sieht ihm an jeder Faser an, dass er nur zu gerne wüsste was drinsteht. Der Brief war gesiegelt. Eine Notwendigkeit in einem Haushalt mit einem Fünfjährigen, der Lesen und Schreiben konnte und neugieriger war, als eine junge Katze. Viel neugieriger um genau zu sein, denn Miyasaris lag einfach nur faul auf dem Fensterbrett, das wohl noch von der Mittagssonne aufgewärmt war und schien sich für das ganze Theater nicht im Geringsten zu interessieren.*
Gespeichert

I must eat your Dinner ... cause Shakespeare said so.
Lix
Condra-Mitglied
Titan
*****
Beiträge: 3918



« Antworten #6 am: 14. Juni 2010, 11:26:13 »

*Während der Junge auf sie einredete, blickte Lix ihn nachdenklich an. Warum kann ein kleiner Bengel, und wenn er fünfmal ein Phönixflug ist, in Condra die Zeit beugen? Ein Land, in dem ein Gott sehr kleinlich über diese Dimension wachte... Wieso hatte sie dem Zauber widerstanden? Und was, bei Cyrics haarigem Hintern passiert eigentlich mit ihrer Schwägerin?
Dieser Junge war einfach zu intelligent, als das man ihn mit kindgerechten Erklärungen abspeisen könnte, aber war es eine gute Idee, ihm Dinge zu erzählen, die er in seiner Begeisterung jedem Deppen erzählen könnte?
Sie entschloss sich, seine geringe Aufmerksamkeitsspanne schamlos auszunutzen.*

"Das war wirklich beeindruckend, Felix! Aber ich weiß nicht so genau, warum ich mich bewegen konnte. Aber vielleicht habe ich eine Idee. Kennst du eigentlich die Geschichte von den Hunden, die die Zeit bewachen...?

*Während sie die alte Geschichte erzählte, räumte sie das Bündel aus. Vielleicht würden die Kräuter, die sie hatte besorgen lassen ihrer Schwägerin helfen. Wahrscheinlich aber nicht, wenn Felix richtig gehört hatte. Den Brief schob sie unauffällig in eine ihrer Taschen, während ihre Geschichte gerade an der Stelle war, wo der Hund sie gebissen hatte und Janus ihn von ihr herunterprügeln musste. Sie sah davon ab, dem Jungen zu verbieten, die Zeit noch einmal zu beugen, das hätte nicht viel gebracht.*

"... deshalb wird mir immer furchbar schlecht, wenn jemand die Zeit anhält. Was meinst du, ob die Krankheit schuld ist, dass ich mich bewegen konnte?"

*Sie stellte einen Topf mit Wasser auf den Herd und warf einen Scheit in die Herdklappe.*
Gespeichert
Tobi
Condra-Mitglied
Halbgott
****
Beiträge: 2136



WWW
« Antworten #7 am: 14. Juni 2010, 13:36:57 »

Die grünen Augen des Kleinen wurden so groß, wie Suppenteller, als Lix die Geschichte erzählte und er lauschte gebannt jedem ihrer Worte. Als sie an die Stelle gekommen war, wo die die Hunde angegriffen hatten bekam er zusehens Angst und machte sich auf seinem Stuhl ganz klein und blickte Schuldbewusst, wie ein gescholtener Hund zu Boden.

"Ich wollte dir nicht dass dir schlecht wird. Das tut mir leid ... wenn die Hunde da draußen sind und mich angreifen, passt du dann auch auf mich auf, so wie Janus?"
Gespeichert

I must eat your Dinner ... cause Shakespeare said so.
Lix
Condra-Mitglied
Titan
*****
Beiträge: 3918



« Antworten #8 am: 14. Juni 2010, 13:49:15 »

*Lix guckte überrascht auf. Schuldgefühl überwiegt Neugier? Er würde seine Lehrmeister zwar in den Wahnsinn treiben, aber niemals jemanden mit Absicht verletzen... Sie nahm den Jungen in den Arm und verkniff sich ein Grinsen.*

"Ach, Felix, das macht doch gar nichts! Überleg mal, wenn du das nicht gemacht hättest, wüssten wir jetzt gar nicht, dass ich mich trotzdem bewegen kann. Wenn man Dinge herausfinden möchte, muss man eben manchmal in Kauf nehmen, dass das weh tut oder einem schlecht wird. Man muss nur immer gut überlegen, ob es das einem wert ist.

Und die Hunde... die kommen nur, wenn man ganz lange in der falschen Zeit ist. Und wenn sie kommen, dann können sie was erleben, das verspreche ich dir!"

*Lix drohte den imaginären Angreifern mit dem Kochlöffel.*
Gespeichert
Tobi
Condra-Mitglied
Halbgott
****
Beiträge: 2136



WWW
« Antworten #9 am: 14. Juni 2010, 14:14:06 »

* Er klammerte sich ganz fest an sie. Tief unter all der Neugier, Begeisterungsfähigkeit, Intelligenz war er einfach nur ein kleiner Junge, der furchtbare Angst hatte. Angst, dass seiner Mutter etwas passieren könnte, Angst, dass sein Vater nicht mehr zurückkommt, dass ihre Verfolger sie finden würden und noch so vieles mehr.
Leicht verheult guckt er Lix an. *

"Wenn Mama stirbt, kann ich dann bei dir bleiben? Kann ich dann dein Sohn sein?"
Gespeichert

I must eat your Dinner ... cause Shakespeare said so.
Lix
Condra-Mitglied
Titan
*****
Beiträge: 3918



« Antworten #10 am: 14. Juni 2010, 17:32:17 »

*Lix sah ihn ernst an und nickte. Dieses Kind war nicht mit einem "deine Mutter wird nicht sterben" zu beruhigen. Die Götter waren ganz besonders grausam zu denen, die ihre Gaben im Übermaß erhalten hatten...
Sie wuschelte durch seine weißen Haare.*

"Komm, wir nehmen den Pott mit hoch und essen zusammen mit deinem Muttchen. Die langweilt sich bestimmt schon ganz furchtbar. Nimmst du die Löffel?

*Sie konnte immer noch nicht richtig kochen. Aber Nährschleim gelang ihr irgendwie doch immer, obwohl sie nie so genau wusste, was da reinmusste außer Butter und Sahne. Sie nahm einen Laib Brot aus dem Kasten, stapelte drei Teller und den vollen Topf auf ein Tablett und wischte sich unauffällig über die Augen.
Kinder... bis jetzt sprach alles dagegen, höchstens wenn sie sehr viel Glück bei ihrer Prüfung hatte und Eru ihr lächerliches Angebot annehmen würde, würde sie eine kleine Chance haben, sich fortpflanzen zu können. Und dann war da diese seltsame Warnung eines Florian Phönixflug, der behauptet hatte, sein weißer Bart wäre ein "Unfall" bei einem "Experiment" gewesen. Sie hoffte für ihn, dass er sie nicht für dumm verkaufen wollte, sondern bloß ein ihr unbekanntes Protokoll für Zeitreisende befolgte, das ihm verbot, Leuten zu erzählen woher er wirklich kam. Eine Tochter, die niemals aus Condra reisen sollte und ein spezielles Schmuckstück tragen sollte... ob ihr dasselbe passieren würde wie ihrer Schwägerin, sollte sie eines Tages tatsächlich schwanger werden? Vielleicht sollte sie sich dieses Schmuckstück nochmal genauer ansehen.*
Gespeichert
Tobi
Condra-Mitglied
Halbgott
****
Beiträge: 2136



WWW
« Antworten #11 am: 15. Juni 2010, 00:32:23 »

Beruhigt griff der kleine ihr in ihr Kleid und dackelte Lix hinterher nach oben. Felix Mutter sah zwar recht schwach aus, saß aber aufrecht im Bett und lächelte, als die beiden hereinkamen. Ihren dicken Bauch konnte man deutlich sehen, aber es würden sicherlich noch sechs oder sieben Wochen bis zur Geburt vergehen.
Zu dritt machten sie es sich im Bett bequem und löffelten den Eintopf. Felix erzählte von den Krämern, die er draußen gesehen hatte und seine Mutter unterhielt sich mit Lix über das Goldeschmiedehandwerk.
Als sie sich mit ihrem Sohn später länger über Andarra und ihre Heimat unterhielt nutzte die Prima die Gelegenheit, brachte die Teller weg und nahm sich in der Küche den Brief vor, den Florians Bruder zurückgelassen hatte. Die Handschrift war zwar ordentlicher, als Florians, aber definitiv hatten sie den gleichen Lehrmeister gehabt.


Liebe Lix,

es tut mir sehr leid, dass ich schon wieder fort muss und meine Frau in deiner Obhut und der meines Bruders allein zurücklasse. Aber ich bin meinem Ziel ein gutes Stück näher gekommen und wenn alles so funktioniert, wie ich es mir erhoffe, werden wir bald um eine große Bürde erleichtert werden.
Um eines würde ich dich noch gerne bitten. Ich habe gehört, dass eine Schülerin namens Viola von eurer Akademie Kontakt zu den Druiden herstellen kann. Das wäre für mich sehr wichtig, wenn du sie darum bitten könntest. Ihre Eltern sollen Druiden sein, wenn ich diese Männer in Leveon richtig verstanden habe.

Alicia leidet an einer seltenen Krankheit. Durch ihre erste Schwangerschaft hat ihr Körper gewisse Resistenzen aufgebaut und nun versucht ihr Körper selber das Kind abzustoßen, als wenn es eine Krankheit wäre. Ich habe ein paar Substanzen vorbereitet, die ihre körperlichen Abwehrkräfte schwächen. Dadurch wird das Kind nicht abgestoßen, aber sie wird auch schwach und anfällig. Achte bitte darauf ihr keine Heiltränke, oder ähnliches zu geben, das die Abwehrkräfte ihres Körpers steigert, denn das würde das Problem noch verschlimmern. Leider ist meine Heilungsmethode nur eine Überbrückung auf Zeit. Ich werde aber wahrscheinlich in vier Tagen mit etwas wirkungsvollerem zurück sein.

Vielen Dank für deine Mühen
bis bald und Jeldriks Hand über dich
Marcos Frederic Phönixflug
Gespeichert

I must eat your Dinner ... cause Shakespeare said so.
Lix
Condra-Mitglied
Titan
*****
Beiträge: 3918



« Antworten #12 am: 15. Juni 2010, 10:22:19 »

*Lix runzelte die Stirn. Sie kannte Fälle, in denen das Blut der Mutter das des Kindes abstieß oder die Strukturen von Mutter und Kind dermaßen inkompatibel war, dass es zu Fehlgeburten kam. Aber um so ein Problem zu beheben, brauchte man nicht nach Druiden zu suchen, wenn man eine ganze Horde hilfsbereiter Elementaristen zur Hand hatte. Aber vielleicht brauchte ihr Schwager sie ja für etwas anderes, etwas, das die Geschichte mit den Ipek und Felix erklären könnte. Wenn man Druiden überhaupt für irgendetwas gebrauchen konnte...

Sie steckte den Brief in ihr Reisetagebuch und kramte aus einem kleinen Beutel einen Anhänger in Form eines Hexagramms heraus. Eigentlich müsste sie noch bis morgen einen Vortrag vorbereiten und ihrer armen, vernachlässigten Tutorengruppe eine schöne Aufgabe heraussuchen...
Nachdem sie ihn ein paar Minuten angestarrt hatte ohne dass er ihr etwas verraten wollte, stand sie ruckartig auf, griff aus verschiedenen Ecken der Küche ihr Ritualtuch, ein paar Komponenten und einen Tonbehälter mit Salz und verschwand im Keller, wo Ilayda ihr kleines Labor eingerichtet hatte. Sie räumte die alten verstaubten Glaskolben und Reagenzglashalter beiseite, zog einen kleinen Schutzkreis und verteilte ihre Komponenten auf dem Ritualtuch. In die Mitte legte sie den Anhänger.

Sie war schon müde, deshalb versenkte sie sich langsam und gemächlich in den Ebenen und dümpelte ein wenig in den Elementarebenen herum bevor sie sich vorsichtig an die Struktur des Anhängers herantastete.*
Gespeichert
Tobi
Condra-Mitglied
Halbgott
****
Beiträge: 2136



WWW
« Antworten #13 am: 15. Juni 2010, 18:22:58 »

Der Anhänger selber war billigstes Zinn, oder Eisen und noch nicht mal sonderlich gut verarbeitet, aus Handwerklicher Sicht gesprochen. Es war eher sowas, wie die Teile, die Roderik früher immer in Massen für ein paar Kupfer pro Stück hatte anfertigen lassen und dann an Ahnungslose als "wertvolle magische Glücksbringer" verkaufte.

Die magische, oder besser gesagt elementarmagische Struktur war aber keinesfalls einfach. Das Ding war ein Artefakt, eindeutig. Von ihm selber schien nun keine sonderlich große Macht auszugehen, aber es war auf jeden Fall eine permanente Installation. ... ja und es war absolut elementarmagisch. Keine klare hermetische Logik, sondern eher ... Kunst ... ja, dass beschrieb es ganz gut.

Aus der Ferne sah es aus, wie ein Ball ... eine kleine graue Sphäre doch bei näherer Betrachtung kamen immer mehr Details zum Vorschein. Es war eher wie ein Wollknäuel aus jeder Menge weißen und schwarzen Fäden. Es sah erst total chaotisch aus, doch noch näher betrachtet konnte man schließlich Äste Abzweigungen, Knoten und Windungen erkennen ... und Freiräume.
Das ganze schien sich im Inneren immer weiter so fortzusetzen und eine unglaublich komplizierte Struktur zu bilden. Es hatte auch lose Enden ... wie ein Schlüssel zu irgendeinem Schloss. Diese Form passte irgendwo rein.

Obwohl es eindeutig künstlich und von Menschenhand gemacht war wirkte es irgendwie ... organisch. Wie eine Blumenblüte, oder ein Schneckenhaus, dass zwar präzise geometrische Formen annahm, aber vollkommen natürlich gewachsen war ... nur  ... andersherum.
Wer auch immer das gemacht hatte musste unglaublich kunstfertig sein ... und ein wahrer Meister der Elementarmagie.

Lix ging in ihrem Kopf Personen durch, die vielleicht zu sowas fähig wären. Von der Macht her hätte es ein Lohenfels, D'Ashencourt oder so sein müssen, aber keiner von denen hätte die Komplexität mit einer solchen Macht verknüpfen können, ... geschweige denn das ganze auf Elementarmagischem Wege. Florian in seiner Weißen Phase? Prytanus Dagonett? Nein, keiner von den beiden hätte die Kreativität aufbringen können, die dafür notwendig gewesen wäre. Tahee? Nein! Die hätte nicht die Macht die schwarzen und weißen Fäden zu verweben. Die Nyame des Ostens vielleicht ... Ja ... Harmonie der Elemente ... Gegensetzlichen vereinen ... Macht .... Ja ... vielleicht hätte sie sowas ... oder, ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken, Schwarzweiß. Nein, Schwarzweiß war kein Elementarist ...

egal, weiter.

Lix schickte ihre Kräfte vor. probend, suchend, analysierend und die Sphäre begann sich zu drehen. Sie zog sich zurück und schickte nur Humus vor ... die Sphäre hörte auf zu drehen, aber die Fäden bewegten sich und alle Weißen tauchten an der Seite auf, von der aus Lix mit Humuskraft forschte. Angezogen, wie die Magnetron Steine, die Haus Erz immer benutzte, die sich gegenseitig anziehen und abstoßen konnten.
Als alle da waren spührte sie die ersten Informationen ... Eis ... die weißen Fäden waren Eis. Sie versuchte näher heranzukommen, aber die Humusenergie, mit der sie forschte wurde von ihrem Gegenelement abgestoßen. Je näher sie kehm, desto stärker die Abstoßung, bis sie es nicht mehr aushalten konnte und sich zurückzog.

Als die Humusenergie weg war bewegten sich die Fäden wieder in ihre Ursprungsposition. Nun, anderes Element, sie probierte es nun mit Wind ... tastete sich langsam vor und wieder fühlten sich die weißen Fäden angezogen, aber auch die Luft wurde vom Eis abgestoßen. Nicht so heftig, wie der Humus, aber immer noch so stark, dass sie nicht herankam. Nun gut, probieren wir es mal mit Erz ... langsam schon sie es vor und diesmal waren es die schwarzen Fäden, die sich angezogen fühlten. Sie spürte die ersten Informationen ... Humus ... die schwarzen Fäden waren Humusenergie und wieder wurde das sondierende Element abgestoßen. Diesmal stieß Humus das Erz von sich weg.

...

Sie wusste, dass sie sich morgen dafür verfluchen würde, aber sie probierte es mit Eis.
Eis langsam tasten ... die schwarzen versammeln sich .. Humus stößt Eis ab ... das wars

... ja, war zu erwarten gewesen ... egal

weitermachen

probieren wir mal zwei Elemente ... Erz und Humus ...

Die beiden Elemente tasten sich vor ... die Kugel fängt an zu rotieren ... Erz und Humus fasern sich auf ... Humus kommt näher an die Kugel und es scheint so, als würde es andocken ... Erz kommt nicht bis ganz ran, ein paar von den schwarzen Fäden bleiben unten beim Humus und verhindern, dass Humus das letzte Stück überbrücken kann. ... verdammt so nah dran ... aber der letzte Schritt fehlt

Lix ahnt schon, was sie eigentlich machen muss - trotzdem, vorher noch ... mit allen sechs Elementen. Die Elemente tasten sich vor, die Kugel rotiert, alle Fäden bewegen sich fortwährend ... viel zu schnell damit irgendwas irgendwo Kontakt herstellen kann. ... Mist ...

Tja, sie wusste, dass das kommt. So wie der weiße Florian es immer gesagt hatte. Das, was nicht vereint werden kann, Schwarz und Weiß, Humus und Eis.

Wie mache ich jetzt nur eine Sonde aus Eis und Humus. Lix versuchte einen Strang und dann das affine Element darüberzulegen, aber sobald sie sich trafen stießen sie sich ab. ... Nochmal diesmal gleichzeitig ... wieder nicht, Mist ... noch mal mit mehr Kraft ... ergibt nur mehr Abstoßung
... Kopfschmerzen ... verdammt

Na vielleicht müssen es nicht die beiden sein ... vielleicht reicht ... Luft und Erz

probend nach vorn ... Erz fällt, Luft verschwendet ... Feigling und faules Stück ... arg ... verdammt

Lix schmeißt es hin ...

... zum laut Fluchen zu erschöpf möppert sie nur grummelnd vor sich hin.

Scheiß Eis, faules Stück Stein und nervtötende, feiges ..... arg.

ein Tee .. ja ein Tee wäre gut. Sie steht auf und merk erst dann, dass ihre Beine total eingeschlafen sind ... bewegt sich ein bischen. Unter der Tür fällt tagüber immer ein wenig Licht nach unten ... jetzt ist es stockdunkel draußen ... offensichtlich ... wahrscheinlich
Gespeichert

I must eat your Dinner ... cause Shakespeare said so.
Lix
Condra-Mitglied
Titan
*****
Beiträge: 3918



« Antworten #14 am: 15. Juni 2010, 22:38:48 »

*Miya füttern. Nach Alicia und dem Kleinen gucken. Ihre Arbeit für morgen machen. Und Tee...

Pflichtgefühl lässt sie die Treppe hinaufkriechen. In der Küche erwartet sie eine vorwurfsvoll maunzende Katze. Jetzt tragen ihre Beine auch wieder ihr Gewicht, sie füttert die Katze und stellt einen Kessel Wasser auf den Herd. Der Herd ist aus. Mist. Sie lauscht, guckt sich um und wirft dann zwei Holzscheite in den Ofen. Und einen kleinen Feuerball hinterher. Hoffentlich hat das keiner gesehen...

Mit einem Becher Tee und ihrem Mantel bewaffnet setzt sie sich kurze Zeit später neben Miyasaris auf den Boden und schaut der Katze beim Fressen zu. Vielleicht hätte sie das Fleisch kleiner schneiden sollen. Egal. Morgen nochmal in das Drecksding gucken. Und ganz dringend mit Viola reden. Wo passt dieses Ding rein? In ihre Tochter, klar, aber vielleicht auch in Felix? Müde...

In ihren Mantel gewickelt schläft sie ein. Die Katze gähnt, leckt sich die Pfoten und beschließt dann, dass die fellbesetzte Kapuze würdig genug ist um als ihr Schlafplatz zu dienen.*
Gespeichert
Seiten: [1] 2 3 ... 5
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.21 | SMF © 2006-2009, Simple Machines
Theme based on Diablo3 theme by Vaun.
Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS
Seite erstellt in 0.362 Sekunden mit 18 Zugriffen.