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Autor Thema: Am frühen Morgen, in einem etwas abseitigen Haus in Schieferbruch  (Gelesen 14949 mal)
Gaerion Sturmfels
Waldläufer
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« am: 29. September 2009, 11:34:16 »

Es ist Morgen in Schieferbruch. Noch immer ist der Dunst der Sturmflut nicht vollkommen abgezogen und noch immer ist es eine Stadt am Rande einer endlosen Katastrophe. Wie jeden Morgen schauen viele, die während der letzten Monate innerhalb des Walls der Edlenviels saßen, mit von Sorgen umwölkter Stirn zum ehemaligen Domizils ihrer irren Diktatorin, als würden sie fürchten, ihre alltäglichen Hasstiraden könnten erneut anheben und durch die Gassen der ehemaligen Handelsstadt schallen.
Einige haben dazu gar keine Gelegenheit, denn das magische Chaos, die Verwüstung und die - wie die ACHT sie nennt - Phänomene verlangen nach wie vor vollste Aufmerksamkeit, wenn man nicht einer - wie die ACHT sie nennt - transhexalogischen Verschiebung unterliegen möchte.

Genau darum ist auch Gaerion Sturmfels, Prytanus Aura der Cantus Harmoniae, derzeit in Schieferbruch. Doch an diesem frühen Morgen, noch bevor die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne über die Reste der Mauer hinwegragen können und noch während selbst die Bäcker ihr Tagewerk beginnen, sitzt er, in eine einfache, nicht offizielle Tunika gehüllt, an einer kleinen Feuerstelle und wärmt dort, mit liebevoler Akribie, einen Topf mit Wasser auf.
Er gibt, an einem wohl abgepassten Moment, eine Hand voll Kräuter aus einer seiner Taschen hinzu, bemerkt gut gelaunt, dass sich ein angenehmer, frischer Duft im Raum auszubreiten beginnt und wärmt sich weiter in diesen kühlen Morgenstunden an der Feuerstelle.
Fast erweckt es den Anschein, der Leiter des Hauses Luft, meditiere dort. Vielleicht wartet er aber auch nur geduldig.
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Fenya
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« Antworten #1 am: 29. September 2009, 11:46:12 »

Es dauert nicht lange, bis sich eine zweite Gestalt zu dem Prytanus gesellt. Ihre Kleidung und für ihre Verhältninsse sehr einfach gehalten, und auch kaum ein Schmuckstück ist zu entdecken weshalb viele sie vielleicht nicht direkt erkennen würden, wenn da nicht die roten Haare so hervorstechen würden. Sie nickt dem Prytanus freundlich zu während sie sich neben ihn setzt und reicht ihm eine Tasse sowie eine Platte mit frischem Brot was sie wohl dem ersten Bäcker der Stadt abgeschwatzt hat.
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Oh schau mal, ein neuer Drohbrief... nur für mich - wie lieb!<br /><br />Neo über die Haus-Luft-Mädels:<br />Wir sind die Girlies!<br />wir könnten die high school cheerleader sein!<br />und der Quaterbeck mit dem du zusammen bist ist Darian
Gaerion Sturmfels
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« Antworten #2 am: 29. September 2009, 17:36:41 »

Gaerion lächelt, als er das Trinkgefäß entgegen nimmt und füllt er mit der Flüssigkeit, die er in dem Topf zubereitet hat. Er reicht sie Fenya zurück und sagt, während er das Brot bricht: "Gute Morgen Fenya. Wieder früh unterwegs gewesen wie ich - nicht ohne Freude - sehe."

Er füllt seine eigene Tasse und lehnt sich dann neben ihr zurück. Für einen Moment beobachtet er den Dampf, der sich vor ihm in die Höhe kräuselt. Dann fährt er fort.
"Ich hoffe, die Schieferbrucher und, naja, die Stadt selbst waren freundlich zu dir?"
Er nimmt das Brot wieder auf, riecht daran und wirkt überaus glücklich ob des noch warmen Leibes in seiner Hand. Er reicht eines der beiden Stücke an die Adepta und legt das andere neben sich ab.
Er blickt erneut zu seiner Schülerin und fragt danach, in geschwätzigem Tonfall: "Was beschäftigt dich, an diesem heutigen Morgen?"
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Fenya
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« Antworten #3 am: 29. September 2009, 18:38:18 »

Fenya schlingt ihre Hände um den Becher und nimmt einen tiefen Schluck, das Brot bleibt unangetastet neben ihr liegen. Ungewöhnlich lange schweigt sie während sie noch einige Schlucke Tee zu sich nimmt, dann antwortet sie schließlich

Ich werde morgens nicht richtig fit ohne ein wenig Sport, daher bin ich schon vor Sonnenaufgang los. Es hat mich nicht wirklich irgenwer gesehen von den Schieferbruchern. Die Stadt hat angemessen auf mich reagiert
bei den Worten grinst sie fast schief

Was mich beschäftigt? Nichts spezifisches. Natürlich sind die Ereignisse auf dem letzten Goldkrug noch stets präsent.
fast zu sich selbst murmelt sie
Es ist nicht alles so gelaufen wie es sollte

Dann schaut sie auf und sieht Gaerion direkt an
Aber das ist eigentlich auch egal, viel interessanter ist diese Stadt, was hier los ist. Erstaunlich in wie weit diese Phänomene ihre Kreise schlagen. Ich frage mich was wir da tun können

Danach wandert ihr Blick wieder zu der Tasse Tee in ihren Händen und zu dem Dampf der von eben jener aufsteigt.
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Gaerion Sturmfels
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« Antworten #4 am: 30. September 2009, 07:01:48 »

Bei der Erwähnung des Aufenthalts am Goldkrug nickt Gaerion nachdenklich, schaut Fenya dann für einen Moment aufmunternd an und murmelt danach etwas, zu leise um mehr als '...nichts passieren...' zu verstehen, nachdenklich guckend in Richtung des Teetopfes.
Er findet seine Konzentration bei der Erwähnung der Stadt wieder, nickt noch einmal und trinkt von seinem Tee, bevor er antwortet: "Ich denke, Schieferbruch ist eine der größten Aufgaben, die je auf die Akademie zugekommen sind. Die Eroberung war ein starker Kraftakt, sicherlich. Die elementare Auswuchtung, die uns bevorsteht, wird dagegen Durchhaltevermögen erfordern.
Und wie eigentlich immer ist kurzfristig sehr viel Kraft zu entwickeln nicht einmal im Ansatz so zehrend wie langfristig etwas zu leisten."

Er nippt erneut.

"Wir, das heißt, die Akademie, werden uns Straße für Straße, Gasse für Gasse, Meter für Meter durcharbeiten müssen. Schutzkreise errichten, Elementare Gefüge darin wiederherstellen und hoffen, dass die Phänomene nicht übergreifen. Bisher ist das derzeit ein Ist-Zustand, den man behandeln kann und es bleibt zu hoffen, dass es nur besser werden kann."

Sein Blick wandert zu dem kleinen Fenster, das hinaus zeigt auf die Straße.

"Jene, die hier arbeiten, werden oft wechseln müssen, damit Leib und Seele eine Chance haben, unversehrt wieder herauszukommen. Und ich nehme an, die Bevölkerung wird früher oder später missmutiger werden und, von einzelner Dankbarkeit abgesehen, einen zunehmenden Zustand der konstanten Vorwürfe erreichen.
Warst du schon an der ACHT, oder zumindest in Tharemis, als es die Ausschreitungen gegen die Schüler der Akademie gab? Damals, bei dem Zwischenfall mit Jaschme?"
« Letzte Änderung: 30. September 2009, 07:06:19 von Gaerion Sturmfels » Gespeichert
Fenya
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« Antworten #5 am: 30. September 2009, 09:48:16 »

Fenya nickt unbewusst, nimmt ein kleines Stück von dem Brot und schiebt den Rest beiseite.

Ich war damals noch nicht an der Akademie. Das war zu dem Zeitpunkt als mein Vater beschloß mich eine Ausbildung machen zu lassen. Ich war in Tharemis. Ich habe es mitbekommen, doch nur in so weit meine Mutter mich etwas mitbekommen ließ. Die Stimmung gegen die Akademie war sehr... heiß. Aber im Endeffekt hat sich das Ansehen wieder hergestellt.

Sie macht eine kurze Pause

Ob hier das gleiche passiert weiß ich nicht. Die Stimmung gegen die Akademie wird hochkochen, dessen bin ich mir sicher. Aber ob sich diese Stimmung dann auch wieder so schnell legt bezweifle ich bei dem was ich draussen gesehen habe. Man könnte es fast als Strafe ansehen.

Erneut nimmt Fenya einen tiefen Schluck Tee und beobachtet über den Becherrand hinweg ihren Gesprächspartner
« Letzte Änderung: 30. September 2009, 09:51:55 von Fenya » Gespeichert

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Gaerion Sturmfels
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« Antworten #6 am: 30. September 2009, 11:09:25 »

"Vielleicht is es eine Lektion," mutmaßt Gaerion, "eine Lektion über die Folgen von Hybris."

Er stellt bedächtig seinen Krug neben sich ab, reißt eine kleine Ecke des Brotes ab und beginnt darauf zu kaufen.
Er erhebt sich, während er weiterredet und durchquert den Raum.

"Das ist vielleicht eine der größten Gefahren, denen wir als Elementaristen, wie jeder Zauberkundige, ausgesetzt sind: Der Großmut. Eigentlich, sollte man meinen, dass wir an der Cantus Harmoniae mit all unserem Fokus auf das Profane, auf Handwerke und mundäne Mittel, auf das tellurische Schaffen des Menschen, hätten ahnen sollen, was für einen fatalen Weg wir das gerade einschlagen."

Gaerion hat einen kleinen Schrank erreicht, öffnet ihn und fördert, ganz der Zauberer, der ein Kaninchen aus dem Hut zieht, ein kleines Stück Schinken daraus hervor. Während er zurück schlendert, fährt er fort.

"Schieferbruch wird uns sicherlich noch lange Zeugnis sein, was passiert, wenn wir vergessen, dass auch wir, wenn wir nur massiv genug wirken, das elementare Gleichgewicht zu erschüttern. Weitflächig zu erschüttern.
Aber, die Bewohner der Stadt mögen mir einen gewissen Pragmatismus verzeihen - wir machen wohl alle Fehler."

Er setzt sich wieder neben der Adepta nieder, schneidet ein Stück von dem Schinken ab und reicht es Fenya dar.

"Das bringt mich zu einer anderen Frage, die ich dir gerne stellen würde. Ich würde mich freuen, wenn du sie beantwortest, aber ich möchte, dass du klar weißt, dass ich es dir an diesem Punkt nicht übel nehmen würde, wenn du sie auf einen späteren Zeitpunkt vertagen möchtest. Ganz gleich, ob die Antwort leise oder laut erfolgen mag, ob jetzt oder später. Es ist einfach etwas, was ich nicht nur wegen Schieferbruch schon seit einigen Wochen mit mir selbst herumtrage.
Was glaubst du, Fenya, war der bisher größter Fehler in deinem Leben?"
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Fenya
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« Antworten #7 am: 30. September 2009, 11:53:03 »

Ein langes Schweigen entsteht nach der letzten Frage des Prytanus. Fenya hat ihr Gesicht in die Ferne gerichtet, auf nichts bestimmtes. Es scheint als würde sie einige Erlebnisse ihrer Vergangenheit noch einmal durchgehen. Manchmal blitzen ihre Augen auf, mal aus Hass, mal sieht man einen anderen Ausdruck. Gerade als der Moment des Schweigens unangenehm wird schüttelt Fenya den Kopf und seufzt.

Meine Kindheit war recht behütet,  viele negative Dinge - jedenfalls solche die meine Mutter als negativ empfand - wurden von mir fern gehalten. Es gibt Lücken in meiner Vergangenheit, Dinge die ich vergessen habe, vielleicht verdrängt. Ich weiß es nicht

Fenya trinkt einen Schluck Tee bevor sie weiter spricht, ihre Stimme ist dabei recht leise, als sei sie sich der Worte selber nicht genau sicher

Mein größter Fehler? Nun, ich will nicht leugnen einige Fehler gemacht zu haben, wer hat das nicht. Ich weiß noch immer nicht, ob es ein Fehler war bei vielen Dingen, das mag sich noch herausstellen. Vielleicht war der größte Fehler der, nicht früh genug aus der heimischen Welt ausgebrochen zu sein. Nicht früh genug meinen eigenen Weg zu gehen. Ich weiß dass ich schon viele male darüber nachgedacht habe, aber erst spät - und dann mit der Hilfe meines Vaters - gegangen bin.

Fenya schweigt erneut, mit den Gedanken bei anderen Dingen. Dann zwinkert sie plötzlich und schaut zu Boden. Als sie wieder aufschaut lächelt sie

Aber das ist sicherlich nicht die Antwort die du hören willst. Ich finde die Frage recht schwer. Ich werde sie bestimmt noch zu deiner Zufriedenheit beantworten können, doch dafür brauche ich noch Zeit zum nachdenken und abwägen. Ob etwas das einst ein Fehler war sich nicht nachher doch noch positiv rausstellte oder umgekehrt.

Dann legt sie den Kopf schief und betrachtet Gaerion eingehendet

Wie kommst du auf die Frage, wenn du sie schon recht lange mit dir herumträgst? Was war dein größter Fehler, kannst du eine solche Frage ohne Zweifel beantworten?
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« Antworten #8 am: 30. September 2009, 12:21:35 »

Nun ist es an Gaerion, ins Leere zu blicken. Seine Augen haften am prasselnden Feuer und für einen langen Moment scheint er ganz im Spiel der Flammen verloren. Dann blickt er wieder zu Fenya, die Nachdenklichkeit noch immer in seine Züge gebrannt.
"Es ist bereits eine gute Antwort, die du mir gegeben hast. Zu erkennen, dass die Frage schwer ist, ist mehr, als ich vielen Menschen um uns herum zutrauen würde. Und ansonsten glaube ich, ich verstehe sehr gut, was du meinst. Nicht rechtzeitig ausgebrochen zu sein, das ist vermutlich ein Fehler, den auch ich mir auf die Fahne schreiben kann."

Er schweigt wieder. Das Abwägen, dieses sichtliche, geistige Abklopfen von Alternativen, ähnelt sehr dem, das Fenya bereits sah, als sie Gaerion bat, ihr Mentor zu werden. Es wärt lange genug, dass sie bereits fürchten muss, dass dies eine dieser Fragen sein könnte, die zu beantworten der Prytanus erst in der Zukunft bereit sein würde.
Doch dann spricht er weiter. Er spricht langsam, mit langen Pausen zwischen den einzelnen Teilen des Satzes. Nicht so, wie man mit einem Kind sprechen würde. Vielmehr erweckt Gaerion den Eindruck, selber schwer nach den Worten Ausschau halten zu müssen, die er formt.

"Du bist nicht meine erste Schülerin Fenya. Und damit meine ich jetzt nicht Rita, Ayla oder andere Schülerinnen aus unserem Haus. Noch auf meiner Wanderschaft ersuchte mich eine junge Frau, ihr zu helfen, ihre Gabe unter Kontrolle zu bringen, sie zu lehren, Kontrolle über die Luft zu erlangen. Ich hätte genauer auf ihre Wortwahl achten sollen."

Ein weiterer Moment vergeht.

"Ich lehrte sie, was ich wusste, was ich konnte. Es war nicht die fachliche Kompetenz, an der es mir mangelte. Magister war ich, dem Grunde nach ja auch abseits der Akademie. Es war die menschliche Kompetenz, die mir damals fehlte. War ich vielleicht reif, eine Elementaristin zu lehren, so war ich es wohl nicht, einen Menschen zu unterweisen."
Das Prasseln des Feuers wird für einen Moment zum einzigen Klang des Raumes, bevor er fortfährt.
"Es ... endete tragisch."
Bedauern huscht über Gaerions Züge.
"Nur meine Frage kann das auch nur hinreichend beantworten. Denn die Frage, die ich mir nun Stelle, die ich mir seither stelle und die ich nun erneut zu bewerten suche, ist: Wo genau lag mein größter Fehler?
Darin, dass ich zugestimmt habe? Darin, wie ich es gehandhabt habe? Oder in den Konsequenzen, die ich damals daraus gezogen habe?"
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Fenya
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« Antworten #9 am: 30. September 2009, 17:33:21 »

Fenya lauscht schweigend den Worten ihres Gegenübers. Sie bewegt sich kaum fast so als wolle sie Gaerion in seinen Gedanken nicht stören. Als er endet blickt sie zu ihm hinüber

Du trägst eine Bürde auf deinen Schultern, doch ich frage mich, ist es wirklich dein Fehler gewesen? Oder hatte sie ihren Weg schon zuvor gewählt, unbewusst vielleicht, aber so dass du nichts anderen tun konntest. Wenn du bereit bist mir, nicht unbedingt heute und hier und jetzt, aber vielleicht irgendwann, die ganze Geschichte zu erzählen, dann kann ich dir sagen wie ich es sehe. Vielleicht kannst du durch diese Reflektion sehen wo dein Fehler war, oder ob es überhaupt dein Fehler war. So etwas kann man nicht unbedingt alleine bewältigen. Manchmal braucht man auch nur jemanden dem man vieles sagen kann, dann kann man besser damit zurecht kommen.

Fenya blickt in das Feuer, dann erneut zu Gaerion

Tragisch endet vieles, Gaerion, viele Dinge die wir anfassen um sie zu einem guten Ende zu führen führen uns oft auf einen anderen Weg. Dieser Weg erscheint schonmal tragisch, grausam... ungerecht. Doch leider führt er uns oftmals auf die Zukunft die uns vorherbestimmt ist. Viele Wege von mir haben auch tragisch geendet, doch dann tat sich eine Weggabelung auf die mich zu positiveren Ereignissen führte.
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« Antworten #10 am: 01. Oktober 2009, 00:13:01 »

Gaerion lächelt Fenya bei ihren Worten zu, wirkt fast ein wenig gerührt.

"Wenn ich nicht glauben würde, dass ich es dieses Mal besser machen kann," erklärt er, "hätte ich dein Angebot, oder deine Bitte, wie auch immer du es begreifen möchtest, ausgeschlagen. Aber ich denke, die Vorzeichen sind dieses Mal in jedweder Beziehung eine andere.
Oder zumindest in fast jeder Beziehung."

Um allen Nachfragen zuvor zu kommen, schickt er direkt nach: "Nicht nur, dass dieses Mal ein Rückhalt in Form der Cantus Harmoniae gegeben ist und ich um viele Erfahrungen reicher bin, ich denke auch, dass du ein gänzlich anderer Menschenschlag bist. Mir nicht unähnlich in vielen Punkten."

Er nippt an seinem Tee und scheint dabei etwas zur Ruhe zurück zu finden. Er scheint einen weiteren Moment nachzusinnen, bevor er Fenya erneut fragend anschaut.
"Du sagst," beginnt er seine Frage, "dass dein Leben letztlich eine positive Kurve eingeschlagen habe. Ich nehme an, du meinst die Akademie, oder? Was ist es, was du dort gefunden hast, oder findest, was es für dich zu etwas positivem macht?
Ich möchte damit nicht sagen, dass ich es für ungewöhnlich halte, dass die Cantus Harmoniae dir so etwas bietet, ich möchte nur besser verstehen, was genau es ist, dass diese Wende für dich ausgemacht hat."
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Fenya
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« Antworten #11 am: 01. Oktober 2009, 10:00:35 »

Fenya wendet den Kopf von Gaerion ab richtung Feuer. Man kann sich nicht sicher sein, ob es nur die Reflexion des Feuers in Fenyas Augen war oder ob ein Funke der Enttäuschung in eben jenen zu sehen war. Sie blickt stur für einige Momente ins Feuer, fast als wolle sie sich selbst wieder unter Kontrolle bringen, dann blickt sie zurück zum Prytanus. Ihre Augen sind jetzt nahezu gefühlslos geradezu kalt als würde sie die Frage nur wiederwillig beantworten

Ich habe die letzten Jahre in einem goldenen Käfig gelebt. Der Gang zur Akademie, was mein Vater im übrigen für mich bestimmt hat, hat mich vor einer Hochzeit mit jemanden gerettet, wo ich gerade einmal den Namen weiß. Mein Leben wurde bisher von anderen für mich bestimmt, wann ich wo zu sein hätte, was zu tun war. Jetzt koste ich es aus meine eigenen Entscheidungen - und auch Fehler zu treffen. Ich entscheide selber mit wem ich zu tun haben möchte, und wer mein Freund ist. Egal ob diese Freunde angeblich unter meinem Stand sind. Ich entscheide ob sie es wert sind für sie einzustehen...

Fenya seufzt und ihr Blick wird weicher

Ich entscheide ob ich für diese Freunde lügen würde oder sie beschütze, selbst in sehr irrationalen Situationen... Seit ich hier bin bestimme ich mein Leben selber. Ich weiß, hätte mein Vater nicht so viel Geld wäre ich sicher nicht hier, denn meine magische Fähigkeiten sind begrenzt, wenn auch vorhanden. Die Cantus Harmoniae bietet mir ein Leben das ich früher nicht hätte haben dürfen, sie bietet mir Freiheit.. und weniger....

Fenya verschluckt den letzten Satzteil und reibt sich unwillkürlich den Rücken

Ich denke die Entscheidung die mein Vater für mich getroffen hat war das erste mal, dass er sich durchgesetzt hat, und sie hilft mir mich selbst zu finden.

Fenya macht eine Pause, dann legt sie den Kopf erneut schief, eine Geste die sie anscheinend immer macht bevor sie das Blatt wendet und von sich auf den Prytanus überleitet.

Wie bist du an die Akademie gekommen? Was hat dir dein leben vor der Zeit dort geboten? Wie war dein Leben zuvor, Gaerion?
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« Antworten #12 am: 01. Oktober 2009, 12:32:08 »

"Ich bin der Sohn eines Schreiners, wie du vielleicht weist," erklärt Gaerion, "und so sah meine Kindheit aus. Mein Vater hatte eine kleine Schreinerei in Tharemis, wir selber wohnten in dem angeschlossenen Gebäude daneben. Meine Mutter übernahm die Pflichten im Haushalt, mein Vater hingegen war oft bis in die späten Stunden in der Werkstatt.
Ich hatte einen Bruder, Barol, der allerdings in frühen Jahren bereits einem Fieber erlag. Somit war ich, soweit ich mich bewusst erinnern kann, ein Einzelkind. Wir lebten nicht wohlhabend, aber gut, waren zufrieden mit dem, was uns gegeben war."

Gaerion nimmt einen Bissen von seinem Brot, nicht erkennbar, ob nun aus Hunger oder zur Verzögerung.

"Eines Tages kam ein Sucher der Akademie mit zwei Begleitern in die Schreinerei. Wir bauten, ich weiß das noch sehr genau, gerade einen Sekretär zusammen. Mein Vater hatte eine recht komplexe Technik, die Rückwand gewissermaßen nahtlos an den Seitenwänden anzubringen und brauchte dafür oft helfende Hände, so stand auch ich diesmal da.
Der Sucher stellte sich nicht vor, das war nicht notwendig. Er grüßte nicht, denn das hatte er nicht nötig. Er sagte einen Satz, ach was, einen Halbsatz, der mein Leben für immer verändern sollte. 'Dieser da.' sagte er und zeigte auf mich."

Ein trauriges Lächeln huscht über die Züge des Prytanus.

"Die nächste Zeit war sehr chaotisch. Noch am selben Tage kam ich an die Akademie, wurde in den Lehrbetrieb eingegliedert. Meine Schreinerlehre wurde tatsächlich fortgeführt, doch ansonsten trug man sorge, mich mit nekanischem Pflichtbewusst und pyrdracorischer Diszplin in alle Weihen des Elementarismus zu führen."

Er blickt Fenya direkt an, als er fortfährt.

"Ich habe meine Eltern vor dem Sturm noch ein mal wiedergesehen. Es ging ihnen gut, das war nicht das Problem. Sie hatten mich vermisst, auch das war nichts, was ich anders erwartet hätte. Aber, wie sie und ich feststellen mussten, kannten wir uns nicht mehr. Wir mochten uns noch, aber ich merkte, dass ich mit all dem, was man mich gelehrt hatte, mehr Zugang zu den Menschen in der Akademie hatte als zu anderen Menschen.
Es war einer der Gründe, weshalb ich Airian bat, mich häufiger unter Menschen zu schicken. Um den Anschluss wiederzufinden.
Und jetzt bin ich selber Mentor..." ergänzt er, mit einem fast belustigten Unterton.
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Fenya
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« Antworten #13 am: 01. Oktober 2009, 15:15:06 »

Fenya grinst schief. Mit einem Blick ins Feuer spricht sie weiter.

Unter Menschen habe ich mich immer befunden. Ich bin mehrfach als ich klein war auch abgehaun. So eine Bitte würde ich also nie stellen. Von meinen Eltern entfremden könnte ich gar nicht, ich glaube meine Meinung über sie wird sich nie ändern. Ich sehe meinen Vater jetzt noch regelmäßig. Warum hast du dich denn von den normalen Leuten so abgekapselt? Ich sehe das immer wieder an der Akademie. Die einen sind so schüchtern dass einem sich alles zusammenzieht, die nächsten behaupten die letzten Jahrzehnte als Eremit verbracht zu haben. Ich verstehe nicht, wie und warum man sich so an eine Sache festbeißt. Ich glaube ich könnte das nicht...

Fenya schaut auf und gießt sich und Gaerion aus dem dampfenden Kessel nach während sie geduldig auf eine Antwort wartet.
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« Antworten #14 am: 01. Oktober 2009, 15:56:45 »

"Du darfst die Umstände damals aber nicht unbedingt mit denen von heute vergleichen." erklärt Gaerion. "Es ist wohl nicht so gewesen, dass meine Eltern mich begeistert haben gehen lassen. Ich war der einzig verbleibende Sohn und nun aus ihrer Erziehung, ihrer Hand genommen und der Akademie übergeben.
Und so war man dort wohl auch sehr darauf bedacht, dafür zu sorgen, dass meine Bindung an meine Eltern gering gehalten wurde. Das ist heute anders. Schau alleine Ayla an, die schläft sogar die allermeiste Zeit daheim und gar nicht in den Trakten der ACHT."

Dankend nimmt er den gefüllten Krug entgegen und trinkt einen kleinen Schluck des heißen Tees.

"Wir sind bei weitem nicht mehr so indoktrinierend, wie es zur Zeit der Besatzung war. Die Frage der Religiösität etwa ist etwas, was bei uns nur eine sehr geringe Rolle spielt. Es ist ja den Schülern sogar freigestellt, ob sie die Morgenandacht aufsuchen oder nicht.
Aber was du beschreibst, ist mir dennoch auch aufgefallen. Teilweise werde ich das Gefühl nicht los, dass die Schüler, ganz besonders viele aus deiner Lehrgeneration, gerade dem Scholarius-Range entwachsen, nur ein sehr geringes Vertrauen zu uns Lehrern aufweist. Ich finde es gut, wenn Leute ihren eigenen Weg und ihren eigenen Zugang zum Elementarismus suchen, ich finde es gut, wenn sie nach eigenen Antworten suchen.
Aber ich habe gerade derzeit bei vielen das Gefühl, dass sie sich zu früh, zu unvorsichtig von denen lösen wollen, die ihnen voran gingen. Sei es manches, was Eran in der Vergangenheit versucht hat, jetzt die Sache rund um Xeldron und die Briefe ... ich glaube noch immer, dass sich mit etwas Vertrauen in die Lehrer und Prytani, oder auch in einige der Exempti, viel Ärger vermeiden ließe..."

Er zuckt mit den Schultern, wendet sich dann noch ein Stück weiter zu Fenya herüber.

"Wir werden ja sehen, welchen Weg sie alle einschlagen und ob auf ihrem Pfad noch irgendwo die Einsicht wartet. Unsere Türen stehen ihnen offen, das wissen sie hoffentlich. Und wenn der Prytanus Aqua endlich neu besetzt ist, haben wir hoffentlich auch alle wieder etwas mehr Zeit für ... alles andere.
Du aber hast dich ja durchaus für einen anderen Weg entschieden, hast dich dazu entschieden, dich explizit an mich zu wenden, Fenya. Warum? Was glaubst, macht mich zu einer guten Bezugsperson?"

Die Unsicherheit voriger Sätze scheint von ihm gewichen und Gaerions letzte Frage wird vielmehr von Neugierde getragen, hat man den Eindruck.
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