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Autor Thema: Dragonbane Review Part 1 (the Days before)  (Gelesen 7397 mal)
Rhoderan
Fahrbimbo
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« am: 16. August 2006, 23:30:42 »

Hi Folks

wollte euch ein bisschen zumüllen über Schweden.
zuerst mal vorne weg es war echt eine geniale once-in-a-lifetime-Erfahrung
 
Anreise erstaunlich problemlos. nachdem wir in guter männlicher (HarHAr) Routen-tradition mit nicht viel mehr angetreten waren als einem groben Überblick über Schweden und insgesamt drei Ortsnamen die wir der Reihe nach anlaufen mussten
 
Stockholm - Mora - Asen ->Cinderhill
 
Im Zug von Stockholm nach Mora dann auch direkt Jochem getroffen Holländer und später  In-Game Dragontamer. mit seiner Hilfe und einem Sixpack Heineken (alkoholarm wie wir zu spät feststellten) haben wir dann noch zwei andere Holländer dazu kriegen können uns von Asen aus abzuholen. Unser ursprünglicher Plan sah vor zu Fuss loszumarschieren und dann irgendwo zu zelten. Ist zum Glück nix draus geworden, denn die Strecke war nicht ca 20-30 km sondern eher sowas um die 70 - 80. hätte unsere Anreise ein bisschen verkompliziert...
 
In Asen im Bootcamp angekommen. Zelt aufgeschlagen und kurz nach Sonnenuntergang (23:30 uhr) eingeschlafen.
 
Am nächsten Tag gemütlich Zelt abbauen OT-kram beim Gepäck abgeben und rein in die guten Cinderhill-klamotten. Gerüchteweise sollte der "Truck" in ca ner halben Stunde gen Cinderhill aufbrechen. Wir haben uns dann einen Platz in der Sonne gesucht und gewartet. Ich konnte natürlich die Füsse nicht still halten und bin rumgewatschelt. Auffällig war ein Älterer Herr, (ca 50) der recht nervös mit seinem Handy telefonierte und sich etwas verzweifelt umguckte. Ich weiss nicht was ich falsch gemacht habe aber plötzlich sah er mich an lächelte und kam zu mir rüber.
 
nach kurzem Small-Talk fragte er ganz unverfänglich ob ich nicht Lust hätte ihm bei einem kleinen Problem zu helfen, das er lösen müsse... (Das war der Punkt an dem ich eigentlich die Beine hätte in die Hand nehmen müssen.) Ich sagte erstmal fröhlich zu und wollte wissen was denn zu machen sei...
Er führte mich in eine ziemlich niedliche Küche (Stil 2. WK) und zeigte mir ne Menge Nudeln, Tomaten, Möhren und Zwiebeln und eröffnete mir, das die Jungs und Mädels in Cinderhill noch keine Möglichkeit hatten in Cinderhill zu kochen und deswegen von hier aus versorgt werden mussten.
auf die Frage wieviele Leute dass den so ca. wären lächgelte er mich an und meinte so ca 150 *G*
 
Gesagt getan. Tobi requiriert und angefangen zu heckseln. ca ne Stunde später (wir wollten grad mit der zwieten Ladung anfangen, weil wir nicht genug Töpfe hatten um alles in einem zu machen) kam die Meldung der Truck ist fast startklar und wartet nur noch aufs Essen. also alles gepackt was wir bis dahin fertig hatten unseren KRam auf den 12Tonner geworfen und der Zivilisation Adieu gesagt.
 
Die Fahrt war lang und errinerte streckenweise an Straf-arbeiter-Transporte in südamerikanischen Gefängnissen (zumindest der Hollywood-version). Wir sollten überrascht sein wie nah das der Wirklichkeit kam...*G*
 
Der Truck hielt. Gerumpel. draussen Stimmen. Die Heckklappe senkt sich unddurch das grelle Lich t ruft uns jemand ein herrliches "Welcome to Cinderhill!" entgegen.
 
Exciting
 
Das erste was ich von der Cinderhill-Building-site zu Gesicht bekam war die "Tempelruine". keine Wände, die Dächer noch nicht abgedeckt, der Fussboden noch Schotter.
Ich bin im Nachhinein immer noch platt wenn ich dran denke wie das Ganze ca 36 h später zum Time-In aussah und erst zum Ende *schwärm*.
 
nach kurzer Orientierungsphase hatten wir unseren Kram in irgendeine Schlafnische gekloppt und waren hochmotiviert mit anzupacken. Und dass ging schneller und konstruktiver als ich gedacht hätte.
Am Ende des ersten Tages hatte ich: ein Dach mitgedeckt, eine Feuerstelle gemauert, Unmengen Bauholz von A nach B getragen, ca 5 m³ Sand in den Tempel geschippt und grade geharkt, Feuerholz geschleppt, mitgeholfen einen asia-style Steingarten anzulegen und noch etwas Holz geschleppt.
 
Mehr als einmal hatte ich das extrem befriedigende Gefühl, dass "Cinderhill" die glücklich-kommunistische Hippie-Gemeinde bereits lebendig war.
Spätestens als wir in einer Menschenkette standen um (mal wieder ) Holz von irgendwo nach sonstwo zu stapeln und plötzlich zwei ?schwedische? blonde Kinder vorbei kamen, die aussahen als würden sie Sven und Ingeborg heissen und Wasser an alle Arbeiter verteilten fühlte ich mich exzessiv amish.
 
Hundemüde und glücklich in die Kissen (naja ein Fell und ne Decke auf Holzboden) gefallen und süss geträumt.
 
Der zweite Tag in Cinderhill begann.. ernüchternd. Porridge. Haferschleim. und die guten Menschen von Cinderhill sollten erst im Laufe der ersten Tage lernen, dass mann dieses Gericht auf vielfältige Art verfeinern kann.(Honig, Milch statt Wasser, Rosinen, Blaubeeren, Apfel, Zimt, Salz usw. usf.)
Diese erste Portion hatte die Konsistenz von Kleister (altem Kleister). aber das Zeug hatte zumindest Aroma, da es angebrannt war... Naja satt hat es jedenfalls gemacht. also nicht lange fackeln und weiter gings. mit Tobi zusammen Stundenlang mit einem schweren  Bohrhammer Löcher in die Betonsockel der Feuerstellen gebohrt um dort die Halterungen für die Töpfe usw. zu verankern. leider war der Bohrer zu dünn. aber Reibung erzeugt ja Abrieb und mit so nem Bohrer kann man ja auch fräsen.....
Irgendwoher hatte der Tempel plötzlich Wände und ein Teil des Bodens hatte sich von Sand in Fliesen verwandelt. Also angefangen die Wände zu streichen. Great Fun. Dann gabs ein Hornsingnal zum Beginner-Cinderhill-Workshop.
 
recht witzige Veranstaltung. angeleitet von Morgan und Coffee (hiess wohl eigentlich Cristof) ihres Zeichens beide Studenten Bereich Theater, Ausdruckstanz usw.
Sachen wie "finde das Tier in dir" und "was immer du tust: tu es dramatisch" waren recht witzig und gaben nen guten Einstieg in ein mir sehr nahestehendes RSP-Verständniss. Dann war da noch das Tauziehen 15 gegen 15 (natürlich ohne Seil) und die (sehr pädagogische) Erkenntnis, dass es mehr Spass macht wenn eine Seite verliert als wenn beide Seiten seltsamerweise gewinnen.
Nettes Thing, gut moderiert und insgesamt eine schöne Ablenkung vom Holzschleppen.
 
Erwähnenswert wäre noch die erste Hinführung zu Cinderhill-Gesang.
Irgendwer fängt einfach an zu Summen. keine Melodie, nur einen Ton. Nebenstehenden stimmen mit ein orientieren sich grob an Lautsärke und Tonlage. der Ton schwillt nun an und kommt solange nicht zum Erliegen bis alle beschliessen das er aufhören soll. (Schon ein bisschen Strange. Die Hippies nahmen noch Drogen dazu und die Welt war ein viel besserer Ort...) Aber es funzt. und das beste dran. bei den grossen Ritualen (Begräbniss usw.) ergab dieser meditative Gehirnwäsche-Singsang eine ziemlich mitnehmende Atmosphäre.
 
Danach noch ein Dach gedeckt, Holz geschleppt, ein Schafgatter gebaut, meine gerissene Hose zu den Schneiderinnen gebracht (toller Service), noch ein bisschen Spass mit Zement gehabt, Geschichten über Dynamit und Finnen gehört ("If Timo said so, then it will be legal... someway...") und schliesslich mit Tobi zusammen in die persönlich geheizte Bath-tub gestiegen. dort schliesslich eingepennt und erst im Morgengrauen (ca 3:00 Uhr!) ins Langhaus geschleppt.
 
Die Ansage war klar: When you wake up, you will be in Cinderhill....
 
 
will be continued...
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« Antworten #1 am: 17. August 2006, 02:44:21 »

Wunderbar, denn das erste, was ich tun wollte, jetzt da ich wieder Internet habe, waere genau diese Frage gewesen (nein, nicht der Post mit den drei Punkten unter Lars Handynummer): Wie war das Dragonbane?

Mehr bitte.
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« Antworten #2 am: 17. August 2006, 15:57:07 »

Na dann will ich mal weitermachen. Ich bezweifel zwar, dass man die Eindrücke auch nur halbwegs geschrieben wiedergeben kann, aber vielleicht klappts ja gemeinsam.

Wie Lars gesagt hatte. Die OT Ansage (übringens die letzten OT Worte, die wir für ein Woche hören sollten) war. "As you wake up, you will be cinderhillian."

Naja geweckt wurden wir (oder zumindest ich) von einem lauten Mäh und Getrappel, da die Schafe entschieden hatten, dass der Zaun nicht stabil genug war und im Morgengrauen ausgerissen sind. Aus dem Versuch aus meiner Hängematte aufzuspringen und die dummen Viecher einfangen zu gehen wurde dann erstmal nicht, weil mein dummer Oberschenkel entschied mein Gewicht nicht tragen zu wollen und mich ziemlich unsanft in die Feurstelle beförderte.
Während ich dann mich dann humpelnd zu unserem Tempel hinaufbewegte wurde dort auch schon zum Morgenritual der Adepten gerufen.
Es war der Tag nach der Schlacht, nachdem diese Barbaren und feigen Mörder, die sich Dragontamer nannten unseren Gott angegriffen und eirs mate getötet hatten. Wir entschieden (natürlich in schönster Hippi wir sind alle gleich Kreisdiskussion Manir), dass wir dem Dorf am besten dienen in dem wir so schnell wie möglich wieder ein geregelten Leben auf dei Beine stellen.
Für mich hieß das selection Zeremonie um die Aufgaben der Adepten zu verteilen und anschließendes exzessiv Stabtraining und Dragon postures.
Die Dragonpostures sind sowas wie tai chi bzw. Kampfsportkatas, die bestimmte Attribute des Drachen nachahmen. Es gibt "Dragon flies off", "Luring the Flames", "Dragonclaws" und "hatching the egg" (wer sie sich mal angucken möchte http://www.home.nowherearts.org/morgan/dragonbane/dragonpath/)
Wer auch immer gesagt hat Muskelkrämpfe kann man nicht durch Training bis zum Umfallen kurieren hat gelogen.
Irgendwann, nachdem mein Körper dann nur noch aus Brei bestand, war das ganze Dorft tatsächlich aufgewacht und begann mit dem normalen Tagewerk. Da so ziemlich alle noch von den schweren Ereignissen traumatisiert und/oder verletzt waren hieß das für mich als Heiler und Adept nonstop Verbände wechseln und Leute beruhigen bzw. ihnen den Willen des Drachen zu verkünden.
Am Nachmittag hatten sich die Leute dann soweit gesammelt, dass es die erste kollektive Diskussionsrunde gab.
Wenn ihr gedacht habt 10 Magier, die auf Con versuchen ein Problem zu lösen wären schlimm. nein, you have not seen nothing yet.
Die Cinderhillians haben fruchtlose Laberdiskussionen kultiviert und zur Kunst perfektioniert. Kurzum eine Diskussion geht solange, bis keiner mehr was zu sagen hat und alle zu einer Übereinkunft gekommen sind mit der alle leben können. Solange es noch eine Gegenstimme gibt wird weiterdiskutiert.

Ich habe dann die gunst der Stunde genutzt um mich schlafen zu legen. Ach nein vorher hab ich mir noch einen Klumpen rohen Teig mit Honig bestrichen und in den Mund gestopft, das erste, was ich an dem Tag zu Essen bekommen hatte.
Ach ja und in der Diskussionsrunde hab ich dann auch zum ersten Mal meine Freundin getroffen, die sich beschwerte, das ihr Nachts so kalt gewesen wäre und sie mich am Morgen vermisst hätte. Mit der Entschuldingung bei der Adeptenzeremonie gewesen zu sein fand sie sich aber ab. Sie war eine tolle Soldatenehefrau, die alles tapfer erträgt, wenn ihr Geliebter seine Pflicht erfüllen muss.

Als ich aufwachte dämmerte es schon (was in Schweden um die Jahreszeit ca. 23 Uhr heißt) und ich schaffte es gerade noch rechzeitig zum Nacht Selection Ritual. Ich war der vom Drachen auserwählte. das heißt ich durfte die ganze Nacht vor dem heiligen Feuer im Tempel meditieren. Ich hatte immer noch nichts gegessen und freute mich schon auf eine tolle Nacht, in der Gewissheit das die längsteMeditation die ich bis jetzt geschafft hatte so ca 30 Minuten war.
Was dann allerdings folgte sollte mein zweitintensivstes Erlebniss auf diesem Con werden. Am Abend gab es noch einige Sachen im Tempel zu erledigen, aber als ich anfing zu meditieren, war ich dermaßen tief intime, dass ich es irgendwie geschafft habe mich so tief in mein schlechtes Gewissen und Verantwortunggefühl hineinzusteigert, dass ich tatsächlich bis zum Sonnenaufgang nicht aus diesem verdammten Schneidersitz aufgestanden bin.
Als dann der Morgen anbrach, verkündete ich bei der morgentlichen Selection Zeremonie den Willen des Drachen und wurde endlich abgelöst. Was noch toller war, die Ablösung brachte mir einen Napf mit Haferschleim mit. Es hatte die Konsestenz von Kleister und schmeckte auch so, aber es füllte den Magen.
Ich wankte also in meine Hängematte registriete noch mit einem Auge, dass meine Freundin wach war und surprise bred machte und fiel in einen tiefen Schlaf.

Das sich mein Gehirn schon auf Englisch eingestellt hatte und ich Englisch träumte, damit hatte ich mich abgefunden. Aber an diesem Morgen war ich so verdammt müde und von der Nacht so tief intime, das ich anfing intime zu träumen und als ich wieder aufwachte komplett mein Charakter war. ich war nicht mer Tobi, ich war Kailan.
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« Antworten #3 am: 19. September 2006, 15:18:55 »

Als ich aufwachte war der Mittag schon durch. Da es aber mittlerweile schon der zweite Tag nach der Schlacht war hatte sich das Dorf schon beruhigt und ich wurde nicht mehr überall gebraucht.
Die Dorfbewohner hatten sich auch schon so gut wieder in ihrem normalen Leben eingefügt, dass sie es schafften Essen zu machen und mir etwas davon abzugeben.

Gesättigt und frisch gestärkt machte ich mich dann daran meine Adeptenpflichten zu erfüllen und ging zum Tempel. Dort fand gerade wieder einer dieser ewigen Hippi Diskussionsrunden statt, was nun zu tun sein und ob man nicht Boten zu den Tamern senden sollte. Ich outete mich direkt mit Beiträgen wie "Ich spühre EIRS Wut und EIRS Hass. Jeder der ES angreift wird durch meinen Flammenden Zorn sterben." als einer von hm sagen wir dreien im ganzen Dorf, die Gewalt für eine legitime Art der Konfliktbewältigung hielten.
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« Antworten #4 am: 20. September 2006, 08:32:05 »

Daher ließ ich das mit der Diskussionsrunde auch schnell bleiben und beschäftigte mich lieber mit dem heiligen Feuer und damit meinen Adeptenbrüdern aus dem Weg zu gehen, die nun meinten mich unbedingt Psychotherapieren zu müssen.
Denn nach meinen Beiträgen zu der Diskussionsrunde stürzten sich in den kommenden zwei Stunden fast ein Duzend Spirit und Prophecy Adepten auf mich um mich "von meinem Hass zu befreien und wieder in Balance zu bringen".
Zur Erklärung Kailan war für Cinderhillmaßstäbe gewalttätig, arrogant und sehr impulsiv. Im normalen Larp wäre er wohl als einer der friedlichereren Zeitgenossen durchgegangen.
Nun war es leider absulut nicht meine Art mit Leuten über so etwas zu diskutieren. Ich reragiete nur intuitiv auf die Gefühle des Drachen und seines heiligen Feuers und das sagte "Wut, Hass, brennen, Zerstörung". Tja und gegen den Willen des Drachen konnten auch die Hippies schwer was sagen *g*.

Es kamen dann doch Tamer im Laufe des Tages zu uns und wir handelten soetwas wie einen Waffenstillstand aus. Naja die Tamer sagten eher, dass sie einen großen Fehler gemacht hätten und nie Menschen angreifen wollten. Sie waren von den Witchen betrogen und hinters Licht geführt worden, was nun eher die Witches in ein recht schlechtes Licht rückte.
Die ersten Abgesandten beider Fraktionen liefen auch schon durch unser Dorf und bekamen von mir ihre Dosis stink-eye und "wenn ihr auch nur einen falschen Schritt macht seid ihr Wurmfutter".

Abends wurde dann der Frieden gebührend gefeiert. Es wurden die ganzen guten Essensachen raus geholt, Musik gemacht und getanzt.
Die Athomsphäre, die in den Langhäusern entstand war so heimelig, happy-welt, vollkommen, dass ich mich sofort zutiefst glücksehlig fühle mein Volk so gut beschützt, sicher und glücklich zu sehen.
Die beiden wichtigsten Sachen in meinem Leben waren die Community und der Drache. Ersteres war nach den schlimmen Tagen der Schlacht nun wieder sicher und glücklich, so dass ich auch vollkommen glücksehlig wurde.
Meine Freundin kam zu mir in die Hängematte und wir verbrachten den ganzen Abend dort eng zusammengekuschelt und beobachteten die anderen. Ich wurde überfluten von Glückhormonen und dann offenbarte mir meine Gefärtin, dass sie von mir schwanger sei. Ewas besseres hätte es nicht geben können. Alles was ich (naja eigentlich mein Charakter, aber zu dem Zeitpunkt gab es da keine Trennung zwischen) mir jemals gewünscht hatte war in Erfüllung gegangen. Während die anderen also am hinteren Ende des Langhauses tanzten, feierten meine Freundin und ich in der Hängematte unser gemeinsames Kind. Lasst euch gesagt sein, diese Skandinavierinnen sind ziemlich freizügig, da kann sich selbst Lina noch eine Scheibe von abschneiden. Als Gelen mit einer Feige im Mund von mir erwartete die andere Hälfte abzubeißen und sich unsere Lippen berührten kam mir seit anderthalb Tagen zu ersten mal ein OT-Gedanke. So etwa wie "wie weit hat die vor mit dem Ausspielen zu gehen?". Aber dieser OT-Gedanke verflüchtigte sich innerhalb der nächsten Sekunden direkt wieder in dieser riesen Glückseligkeitswolke.

Als es ein weing später wurde lagen wir beide immer noch in der Hängematte und schwebten auf Wolke sieben. Mein Charakter war absolut glücklich und es hätte für ihn nichts besseres geben können. Ich war so tief intime, dass mein Körper total mit Glückhormonen und Gefühlen überflutet wurde. Dies war der absolut intensivste Moment meiner Larp Karriere, weil ich alle Gefühle, die mein char hätte haben sollen 1 zu 1 epenfalls empfunden habe.
Und dann kahm diese Witch durch die hinter Tür ins Langhaus. In Sekunden fiel die Temperatur im Raum um 5 Grad, Gespräche verstummten, vormals fröhliche Lachende Gesichter blickten ängstich zu den Neuankömmling, oder hilfesuchend zu mir.
Mein Herz verkrampfte sich in diesem Augenblick total. Es war als ob Eiswasser durch meine Adern schoss. Ich wusste, dass wir diese Witch im Dorf duldeten, aber sie war in das heiligste Eingedrungen was wir hatten, unsere Community.
Meine Freundin registrierte das natürlich auch und wusste, dass sie als gute Soldatenehefrau nun zurückstecken musste, wenn ich meine Plicht zu erfüllen hatte.
Ich kletterte gerade aus der Hängematte, da stürzte sich dieser elende dumme Bauer namens Damdinso auf die Witch, beschimpfte sie und prügelte sie aus dem Landhaus.
Nach einem Moment des Schocks stürtzten sich dann aber die ganzen kleinen Mädchen auf Damdinso um ihn zu beruhigen und zu kuscheln. "That is not our way".
Die Witch stahl sich in die Nacht davon und während der Bauer immer noch mit den Hippi Mädels rang küsste ich meine Freundin zum Abschied und machte mich auf den Weg zum Tempel meine Pflicht erfüllen. Den ganzen Weg den Hügel hoch verfluchte ich diese Witch und den blöden Bauern, die es zusammen geschafft hatten den schönsten Moment meines Lebens total zu ruinieren.
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« Antworten #5 am: 21. September 2006, 15:22:38 »

Thanks Tobi.

100% Immersion, was Psychologen wohl zu Dragonbane sagen würden?

Hat die SL euch eigentlich darauf vorbereitet, was ihr machen sollt, wenn euch das zu weit geht? Wenn ihr mit den Gefühlen, die ihr als euer Charakter erlebt oder den Aktionen anderer nicht klarkommt?
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« Antworten #6 am: 21. September 2006, 17:44:59 »

In dem Workshop, an dem Lars und ich teilgenommen hatten, ist es zumindest teilweise angeschnitten worden. Neben dem absoluten Sex Verbot auf Dragonbane (selbst für Pärchen) hatten wir in dem Workshop zwei Übungen. Eine zu "NEIN sagen" falls jemand zu sehr in die Privats/Intimitätsspähre eindringt. Ähnlich einer Basisübung bei Frauenselbstverteidigungkursen. Und eine zweite Übung um Ausspielen von Sexualität/Intimität. Streicheln von Unterarmen und lediglich an den Unterarmen berühren.
Beide Übungen waren wohl eher für Newbies gedacht, die es auf dem Con auch gegeben hat.

Als Basiswissen war es ganz nett, aber ich hab halt dabei nichts neues gelernt. Außer, dass es witzig war die Sexualitätsübung mit einem ca. 45 jährigen Mann (Typ Engelbert) zu machen. In Cinderhill gab es halt IT wie OT vollkommene Gleichberechtigung, oder besser gesagt, das Geschlecht der betreffenden Person war nicht wirklich existent.
Ich hatte das Gefühl, dass Morgan und Coffee noch mehr Workshops vorbereitet hatten, aber aus Zeitgründen nicht mehr dazu gekommen sind.


Was die total starken Gefühle angeht bin ich nicht von der Orga drauf vorbereitet worden. Aber ich gehe auch mal stark davon aus, dass Newbies es nicht geschafft hätten so tief in ihrem Charakter zu versinken, dass sie tatsächlich fremde Gefühle empfinden, wie es bei mir der Fall gewesen ist. Ich hab es geschafft fremde Gefühle als meine eigenen anzunehmen, weil ich recht viel Larp Erfahrung habe. Allerdings kann ich deshalb auch mit sowas umgehen ... *g* und es sehr weiterempfehlen. Ich konnte tatsächlich den Stolz eines Vater auf sein ungeborenes Kind nachempfinden, was meine stärkste Larperfahrung ever war.

Mit den Intimitäten hatte ich nicht wirklich das Problem. Ich habe keine Freundin, die eiversüchtig hätte sein können. Ich konnte meiner IT-Freundin einfach die Initiative überlassen und sehen wie weit sie gehen wollte.
Allerdings muss man dazu sagen, dass wir in Cinderhill ziemlich schnell keine persönlichen Schamgefühle mehr hatten. Gemeinschafts Toiletten (natürlich ohne Trennwände), Bathtups und Badehäuser haben dafür gesorgt, dass vorallem Geschlechtspezifische Vorbehalte schnell gefallen sind. Es war halt ein Idealer Kommunismus, vor dem Drachen sind alle gleich.
Außerdem waren wir Deutschen im Vergleich zu den saunagewohnten Skandinaviern noch ziemlich prüde.
Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, als sich ein ca. 18jähriges Mädel komplett nakt vor mir ausgezogen hat für das Feuerreinigungsritual, in dem ich mich vor sie hinkniete (Nase auf Bauchnabelhöhe, ca. 20cm Entfernung) und nach oben Feuerspuckte. Allerdings war mein schlechtes Gewissen nicht wirklich von langer Dauer, da es als OT Gedankengut ziemlich schnell von meinem Gehirn verdrengt wurde.


Ach ja ich hab übrigens absichtlich nicht den Tagesablauf weitergeschrieben, weil dies die ideale Szene für Lars zum Einsteigen ist.
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« Antworten #7 am: 21. September 2006, 19:06:03 »

...aha...JETZT bin ich auch  mal gespannt...
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« Antworten #8 am: 22. September 2006, 01:09:10 »

Na das ist ja mal eine Abwechslung zu den Amis, die beim Einkaufen im Supermarkt sehr pikiert guckten als ich Kerstin (weiblich!) sagte, ich bräuchte noch Tampons fürs Schwimmen.

Und ja, jetzt bin ich auch neugierig. Lars ist ja auch nicht gerade prüde (FKK-Freibad-Ausflüge...)

Heck, ich vermisse euch!
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« Antworten #9 am: 22. September 2006, 03:15:05 »

Das mit dem Prüde möchte ich gerne schriftlich  Lächelnd

also dann übernehme ich mal den Ball:

Ich hatte den ersten Schafausbruch gekonnt verschlafen und erwchte ergo in einem vollständig wachen und agilen Cinderhill. meinen erste "Mission" bestand aus der Suche nach etwas Essbaren.
Hier ein kurzer Exkurs über das essen auf dem Dragonbane.
1. genauso wie sich die Kulturen die hier vertreten waren unterschieden unterschieden sich auch die jeweiligen Speisepläne. wir in Cinderhill hatten als Bauern eine grossse Auswahl:
- Haferflocken, Kartoffeln, Äpfeln, Milch, Soja *wurgs", Zwiebeln, Honig, Weisskohl, Möhren, Mehl (=>Brot), Butter und Blaubeeren

Die Tamer hingegen hatten:
- FLEISCH!!! (in getrockneter Form, geräuchert, Würste, Schinken...), Orangen (waren schliesslich weit rumgekommen), MET!!!(in Cinderhill gabs nichtmal Essig..."not our Way"), ein paar Kartoffeln und Blaubeeren.

Was die Whitches genau hatten weiss ich leider nicht aber es war recht wenig. allerdings hatten sie etwas, was sie nachher zu Höchstpreisen tauschen konnten:
- Gewürze (waren einige Alchemisten dabei) in Cinderhill gabs nur Salz und Honig. Die Whitsches hatten Pfeffer, Basilikum, Oregano, Dill... und was mann sonst so braucht. und selbstverständlich Blaubeeren.(die nebenbei bemerkt tonnen(!)weise im Wald wuchsen.)

Durch diese Unausgewogenheit bedingt entwickelte sich reger Tauschhandel zwischen den Gruppen. Sehr geil!!!
Exkurs Ende

Also mein erstes Frühstück: irgendwo war da noch ein Topf über dem Feuer in dem Haferschleim seit geraumer Zeit vor sich hinkochte. keine Gewürze, Konsitenz und geschmack von altem Kleister aber nahrhaft...
Ab diesem Mpoment reihen sich etliche Gespräche mit anderen Cinderhillians und beduselt durchs Dorf wanken aneinander. Ich muss sagen, dass ich über die Zeit die wir da waren dermassen das Zeitgefühl verloren habe, dass es mir jetzt im Rückblick schwer fällt genau zu sagen wann innerhalb der (gefühlten) 2 Wochen IT was passiert ist.
Also ungeordnet:

beginnen wir mit der Szene die den guten Kailan so aus seiner Balance gebracht hat. Der Abend im Langhaus.
Wie schon beschrieben war eine ziemlich geniale und sehr urtümliche Feier im Gange an der ich auch mit wilden Gesängen, Tänzen und indianermässigem Lärm machen beteiligt war. ein wenig abgekämpft lösste ich mich irgendwann von den Tänzern und hatte (wie Tobi) das erste Mal das Gefühl, dass alles gut werden würde. Cinderhill würde heilen und das Leben würde weiter gehen. Ich setzte mich zu einem jungen Papermaker ans Feuer, trank Wasser und bekam einen Happen Blaubeerbrot ab. die Mädels um uns herum witzelten ein wenig über irgendetwas und wir waren guter Dinge.... Und dann kam diese Whitch herein. korrekterweise dieser. begleitet wurde er von Dash, einer jungen Carpenterin, mit der ich mich über Tag schon zerstritten hatte über die Frage, wie wir mit den Fremden umgehen sollten. Die beiden setzten sich ans Ende des Langhauses und Dash holte Essen für ihren "Gast".
Der Junge neben mir und ich standen auf, schlugen uns die Ärmel zurück und visierten den Hexer an. bzw. Ich visierte Dash an, weil sie diejenige in meinen Augen war, die Schuld war. Schliesslich hatte sie dieses Ding reingeschleppt. wir waren grade mal auf drei Schritt ran, als wir plötzlich von einer Wolke Mädels umringt waren. die meisten so ungefähr Ingrids Statur und (IT) Annas Mentalität. "Thats not OUR Way!" "Calm down Damdinso, keep your Balance!"... Der Hexer nutzte den Moment um tiefbeleidigt sein essen fallen zu lassen und das Langhaus zu verlassen, gefolgt von Dash die mich bitterböse und beleidigt ansah.
Damdinso platzte förmlich. um nicht einem meiner lieben Cinderhills was anzutun verliess ich auch das Langhaus und ging hoch zum Tempel.
Die Szene im Tempel war... schwer zu beschreiben. Ich tobte innerlich vor Wut, war aber gleichzeitig ziemlich kaputt, weil diese Wut nur und ausschliesslich von anderen Cinderhillians ausgelöst wurde. (alles Ignoranten,  Sturköpfe und UNGLÄUBIGE :nono: ) Ich hatte ein ziemlich langes Gespräch mit einer Adeptin (der Auserwählten für diesen Abend) von der ihc wusste, dass sie einen Tag zuvor noch getobt hatte, mann solle alle Tamer verbrennen und die Whitches dem Drachen zum Frühstück servieren.
Am Ende des Gesprächs (oder eher der Beichte incl. privater Messe) gingn ich zu meiner Schlafstelle packte alles ein was wichtig war und verliess Cinderhill, mit dem Ziel Unterschlupf bei den Tamern zu finden. Die Idee war gut aber nicht ganz durchdacht. Immerhin war es bereits dunkel  und ich hatte keinen Schimmer wo das Lager der Tamer sein sollte, aber das konnte ja nicht sooo schwer sein...

2 Stunden später: Inzwischen hatte es angefangen zu regnen. Meine Klamotten waren durch nass und es war sogar noch dunkler geworden. Natürlich wusste ich genau wo ich war... In Schwierigkeiten. Ich hatte mich mitten im Wald verlaufen und zwar gründlich. Also erlbeten ich und Damdinso ganz neue Gefühle: verloren sein im Nirgendwo, Wut auf die eigene Dummheit und leise aufkeimende Panik (allerdings verbunden mit der Gewissheit, dass die Sonne schon irgendwann aufgehen würde.).
Und dann hörte ich sie: Stimmen aus dem Wald, zuerst eine einzelne, der dutzende lautstark antworteten zuerst noch weit weg, aber ich hatte eine Richtung.
sehr zu meiner Überaschung gesellten sich nach kurzer Zeit noch regelmässige Donnerschläge zu den Stimmen hinzu. immer nach demselben Muster. Vorrufer - grölende Menge - Donner
schliesslich war ich soweit durch den Wald auf die Stimmen zu, dass ich nun auch Feuerschein sah. Das Gefühl, das dabei in mir aufkam war tatsächlich unbeschreiblich. ein IT/OT-Gefühlsmischmasch aus Freude, Aufregung erwartungsvoller Vorfreude.
Ich maschierte direkt auf das Ritual der Tamer zu. Ich sah, dass der Feuerschein von einem ca 3 meter grossen brennenden Holzmann ausging und die Tamer gesammelt dem Holzmann gegenüberstanden und "beteten" (wie gesagt: einer ruft einen DAnkes-, Feier- oder Trinkspruch an den Donnergott und alle wiederholen lautstark. so kam es mir zumindest vor  Lächelnd ).
Ich bemühte mich möglichst schnell hin zu gelangen, denn so langsam hatte ich genug vom Wald. dabei entging mir ein wichtiges Detail...
Der brennende Holzmann mitten im Wald brannte auf einer kleinen Insel inmitten eines Sumpfes. ein Sumpf, auf den ich gradewegs zugehalten hatte und in dem ich zuerst mal bis zum Knie unterging. hätte mich fast meine Schuhe gekostet das Mistding...
klatschnass, schlammverschmiert, hungrig und kaputt kam ich also nun doch endlich bei den Tamern an. die staunten nicht schlecht, alsa da plötzlich ein Cinderhillian aus dem Sumpf kam.
Sie nahmen mir meinen Sack von der Schulter wickelten mich in eine Decke brachten mich zum Feuer und gaben mir heissen Rentier-Stew und Met.
Ich war im Himmel. nach einer sehr interessanten Zeit am Feuer der Thunder-Mountains steckten sie mich in ihr Zelt und ich schlief ein.

Morgens wachte ich auf und krabbelte durch das Zelt zum Ausgang steckte den Kopf raus, nahm einen tiefen Zug Lagerluft, machte die Augen auf und fiel gleich wieder rückwärts ins Zelt zurück...
Das war zuviel für mich. Weder ich noch Damdinso wussten was wir tun sollten. Ich war die halbe Nacht lang durch den Wald getappert nur um keine Cinderhillians mehr zu sehen und jetzt sowas! da drausse, direkt vor dem Zelt standen zwei Personen, die ich am liebsten nie wieder gesehen hätte. Dash, die Carpenterin und ihr neuer Whitch-Freund...
Ich fühlte mich verfolgt...
Ich raffte mich zusammen stürmte raus und beschimpfte die beiden so gut ich konnte. völlig überascht über mein Auftauchen standen die beiden da und sahen zu, wie Damdinso wieder seine Sachen nahm und ging, allerdings achtete ich darauf, mich nocheinmal bei den Tamern vom letzten Abend zu bedanken.
Und so zog ich zum zweiten Mal aus um mich nahezu vollständig im Wald zu verlaufen... :nono:  Cool  :nono:
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« Antworten #10 am: 22. September 2006, 09:33:13 »

Und schon sind wir ziemlich durcheinander gekommen. Wie Lars schon gesagt hat. Die gefühlte Zeit in Cinderhill waren bestimmt zwei Wochen. So ganz ohne Anhaltspunkt dank einer Sonne, die um 23:30 unter und um 3:00 aufging, hat man total jedwedes Zeitgefühl verloren.
Erschwerend kam für mich hinzu, dass ich jeden Morgen um 4-5 für das Selection Ritual der Adepten aufgestanden bin und eher tagsüber geschlafen habe.
Wie ihr schon bemerks habt war dieser dumme Bauer, der mir meinen glücklichsten Moment versaut hat Lars. Übrigens einer der wenigen Situationen in denen wir zusammen gespielt hatten. Denn außer, dass er auf meine Freundin scharf war hatten wir von unserem Hintergrund nichts miteinander zu tun.


Die Chronologische Reihenfolge der Ereignisse ist bei mir nun auch vollkommen flöten gegangen, deswegen beschreibe ich nur weiter Situationen.

Am ersten Tag, gab es abends noch eine Beerdigung, für einen der Carpenter, der an seinen schweren Wunden erlegen war. Als gutes Kind des Drachen wurde er natürlich verbrannt und ins "Land of the Hay Green", das Totenreich gesandt. Alle Dorfbewohner versammelten sich am Dorfplatz und es wurde musiziert und ein Drachentanz aufgeführt (Asia Style mit Papmache Drachenkopf und Leuten dahinter). Dann kamen wir Feueradepten machten unseren Feuertanz und entzündeten mit unserem Feueratem den Scheiterhaufen. Im Vorfeld hieß es wir wären 5-6 Feueradepten, doch nun musste ich traurigerweise festellen, dass es eigentlich nur Morgan und ich waren. Das Ritual selbst war sehr intensiv und hat mir wahrscheinlich den vorletzten Kick gegeben vollens im IT zu versinken.
Nach dem Ritual durften wir alle bis zum Morgengrauen nichts essen, was bei mir nicht wirklich das Problem war, da ich sowieso die ganze Zeit über meditiert habe s.o. *g*.
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« Antworten #11 am: 22. September 2006, 12:45:25 »

Yeah die Beerdigung. Das war schon ein sehr geiles Ritual. Besonders der Indianer-mässige Tanz ums Feuer bis zur Erschöpfung war sehr sehr genial um wirklich tief IT gehen zu können. Alle Dörfler standen Händchenhaltend in einem Riesenkreis um den Scheiterhaufen und sangen (*) während diejenigen die wollten im inneren Kreis tanzten

Schade war für mich nur, dass ich ab einem gewissen Punkt mit dem Gedanken spielte über den brennenden Scheiterhaufen drüberzuspringen. aber es war immerhin noch eine Beerdigung und deswegen hab ichs nicht gemacht. Als ich dann irgendwann doch abbrach und zum singenden Aussenkreis zurückkehrte dauerte es noch ca 30 sekunden bis Taban/Morgan unser Feueradept und Leithammel was sowas anging zum Sprung ansetzte und über den Scheiterhaufen weg setzte. *seufz*
andererseits vielleicht auch besser, wer weiss ob ich auf der anderen Seite angekommen wäre   :p

(*)
Exkurs über Gesang:
Auch hier stiessen wieder drei völlig unterschiedliche Kulturen aufeinander.
- Die Whitches: wenn sie Lieder hatten haben sie sie gut versteckt. aber ich glaube sowas war ihnen viel zu weltlich als dass sie sich damit abgegeben hätten.

-die Tamer verfügten über ein breites Repertoire von Helden-Epen, schönen Balladen, Saufliedern usw. usf. alles entweder beschwingt oder heldenhaft-episch-getragen.

- Cinderhill... ja genau, unsere Musik. Cinderhill hatte eine ganz eigene Form von Gesang hervorgebracht. Kommunistisches-Brainwash-Protogesang-Gemeinschafts-Summen.  Cool
Wurde im Workshop vor dem Con eingeführt und funktionierte besser, als ich je gedacht hätte.
Das System war einfach: wenn dir danach war begannst du einfach zu Summen. zunächst einfach nur irgendeinen Ton. Wenn genug andere Cinderhillians in der Nähe waren und ebenfalls in der Stimmung waren nahmen sie den Ton auf und summten mit. wenn einer nicht mehr halten konnte brach er ab holte Luft und stimmte wieder ein, so dass der Ton andauerte und unsere Community ihn gemeinsam trug  knuddel . Yeah was waren wir Hippies  :p  :p  
Mit fortschreitendem Con trauten wir uns(bzw. die musikalisch Begabten) dann immer mehr Variationen was Tonhöhe, Rhytmus oder am Ende sogar sowas wie Melodie anging. je nach Begabung oder Einsatzwille wurde gesummt, gebrummt oder gesungen. Die Lautstärke varierte dabei vollständig aufgrund von Gruppendynamik. wenn einer alleine leise sang machte das ebensowenig Unterschied wie wenn einer alleine lauter wurde. nur die Gruppe bestimmte die endgültige Lautstärke.  :p  :p  
sowohl bei dem Beerdigungsritual wie auch bei der Feier im Langhaus kamen dann noch Trommeln, Fussstampfen, Händeklatschen usw. dazu was dem Ganzen echtes Gänsehautfeeling verlieh wenn man sich drauf einliess.
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« Antworten #12 am: 22. September 2006, 17:52:22 »

Den ganzen Tag über hatten sich schon durch Zeichen angekündigt, dass der Drachen bald erscheinen würde. Der See, in dem wir unsere Wäsche wuschen, spieh himmelhohe Fontänen aus (Rambo vom Pyroteam warf Dynamitstangen rein) und am Abend zog der rote Feueratem des Drachen hinter dem Tempel auf und kündete von Eirs Erscheinen.
Wir alle sehten uns unseren Gott herbei, denn so wirklich geheilt, wie wir während den Feiern dachten, war unser Dorf noch lange nicht. Manche militante Pazifisten versteckten die Waffen und unser Heiliges Buch der Drachemagie, ohne uns etwas davon zu sagen. In manchen gährte die Wut auf die Fremden und der Rest stürzte sich in bester "wir wollen dich heilen und gesundkuscheln" Manir auf sie. Den meisten Psychoanalyse Atakken meiner Hippie Gefolgsleute entkam ich zum Glück und redete mich immer damit heraus den Willen des Drachen zu spüren.

Nachdem der Atem des Drachen über unser Dorf gezogen war kam Damdinso zu mir, verlangte ein Feuerreinigunsritual und erzählte mir von einem blöden Traum mit Wäldern und niederbrennen. Den blöden Bauern, der meine Idylle zerstört hatte, speiste ich mit einem kleinen "ja deine Träume sind ganz toll" und einem schnell improvisierten Reinigunsritual ab.
Das Ritual sieht vor, dass man sich zumindest teilweise entkleidet und dann von dem Feuerpriester durch Berührung mit den Flammen gereinigt wird. Leider sind wir vorher nie dazu gekommen das Ritual zu proben, so dass ich recht froh war Lars als erstes Versuchskaninchen für diese doch OT ein wenig gefährliche Sache zu haben.
Ein paar ansengte körperhaare später schickte ich Damdinso dann fort in den badezuber er solle dort über seine Probleme nachsinnen. Normalerweise schreibt das Ritual vor ihn zu begleiten, wenn er keinen eigenen Spiritual Guide mitbringt. Aber ich hatte so keine Lust auf den blöden Bauern, dass ich schnell mir einen anderen Adepten suchte und ihm diesen hinterherschickte.
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« Antworten #13 am: 27. September 2006, 18:24:56 »

und ein weiteres kleines Erinnerungsfragment:

Der Egg-Shrine.

Neben dem ewigen Feuer im tempel das zweite Heiligtum unseres Dorfes, und wie sich viel später zeigen sollte das wohl wichtigste Stück in Cinderhill.
Der Schrein selbst war eine gute ordentliche Holzplatte mit sechs verschieden langen aufstrebenden Holzbalken, die alle erstaunlich verwittert aussahen. (aber die Auswahl an Holz in allen(!) Verwitterungszuständen war in Cinderhill ja gegeben. Von Fabrikneu bis Holzwurm-Exkrement war alles dabei.)
Das eigentlöich beeindruckende an dem Schrein war aber der Weg bis dort. getreu dem Motto "Der Weg ist das Ziel" war es hier wirklich beeindruckend den weg vom Dorf zum Schrein zu finden.
Aber ich glaube hier erzählt Tobi besser, da er da einfach den herberen Einstand zu hatte.


Exkurs Kleidung:
Kleidung hatte jeder selber zu machen, allerdings gab es klaren Vorgaben zu allen Fraktionen: Schnittmuster, Farbtabellen, Vorgaben für Schnürungen, Knöpfe usw.

- Cinderhill. die Kleidung war sehr asiatisch inspiriert mit gewissen Ausleihen in Tibet. Farben waren Rot, Gelb, Ocker und alle Zwischentöne.
Explizit verboten (aus religiösen Gründen) waren schwarz (YEAH!) und grün sowie grau. insgesamt lange

- Die Tamer: praktische Kleidung (zumindest verglichen mit Cinderhill) grün- und braun als vorherrschende Farben. aber auch viel Grau. Immer mit freier Helden-Brust, (soweit möglich) damit man die coolen Tatoos sehen kann (dazu später mehr).

- Die Whitches: ja genau... Kleidung... Eher Lumpenteppiche. Flickwaren  mit sehr unterschiedlichen Stilen, Farben usw. allerdings waren zwei zueinandergehörige Hexen immer gleich aufgemacht. Besonders eindrucksvoll waren hier die Swamp-Whitches, die komplett in Filz rumliefen incl. Hut und Filzmaske. Achja Maske war obligatorisch bei allen Whitches.

Wie alle anderen Aspekte der Kulturen war auch die Kleidung ein geniales Gimmick. man konnte schon von weitem erkennen was denn da durcjh den Wald stapfte. Ob Tamer oder Cinderhill.
Ein besonderer Moment war dann auch, als einer unserer Staff-Adepts plötzlich mit den Traditionen brach und ganz in schwarz rumlief. Er war binnen Minuten das Dorfgespräch nummer eins. Das war wirklich mal erfrischend. das jemand in Schwarz tatsächlich was besonderes war und irgendwie beunruhigend wirkte. Ein paar der etwas zarteren Wesen hatten echt Angst vor ihm *G*
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« Antworten #14 am: 27. September 2006, 20:41:28 »

...diese summ-geschichte erinnert ich stark an "der dunkle Kristall", denn das war auch die art der "gentles" (der "guten" ) zu singen, indem sie im einklang summten...
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