Oh je.
Ich versuche gerade, die Katze wieder loszuwerden (war ja vorher Mensch) und du willst dir eine Katze machen...
Warum ich keine Katze mehr spielen will, hat folgenden Grund:
- es gibt so viele schlecht gespielte Katzenwesen. Und wenn Spieler mit solchen schlechte Erfahrungen machen, bleibt das als Vorurteil haften
Selbst wenn dein Charakter ein stimmiges Konzept hat und nicht unfaire Vorteile sein eigen nennt, wissen das die anderen Spieler nicht, sie sehen nur "toll, noch ne Katze"
- ich will nicht in den selben Topf geschmissen wie die diversen "Powergamer-Rassenvorteile-Katzenwesen"
- Inflation solcher Charaktere. Bestes Beispiel ist das Larpertreffen:
Ich habe mal auf (8., glaube ich) 9 Katzenwesen gezählt, was für eine nichtmenschliche Rasse eindeutig zuviel ist.
-IT Probleme mit anderen Katzenwesen oder "wie viele tierische Instinkte habe ich?"
Mir ist es schon passiert, dass ich (als Katze) von männlichen Katern be-
schnüffelt wurde. Du musst irgendwie deine tierische Seite ausspielen, aber ...
- Darstellungsproblem. Dabei geht es vor allem um Schminke. So richtig gut ausgesehen hat bisher noch kein Katzenwesen, und ich selber finde
meine Gesichtsschminke eigentlich ganz ok, aber der Rest ist nicht so toll:
Hände, Beine (im Sommer). Eigentlich müßte man sich überall schminken
oder Ganzkörperanzug tragen. Latexteile kamen für mich nicht in Frage (empfindliche Haut). Aber es bleibt die Tatsache, dass man immer noch zu sehr nach nem Menschen aussieht, der sich geschminkt hat.
Alles was besser aussieht, ist mit Unbequemlichkeit verbunden:
Die Anzüge von Cats kannst du im Larp vergessen, im Sommer zu warm,
Fell hat dasselbe Problem. Und was machst du mit Füßen und Händen?
Pantoffeln

Latexkrallen???
- Mehrtagescons. Du schläfst: Mit oder ohne Schminke? Mit - und du kannst deine Haut vergessen, ebenso wie dein wunderbar eingefärbtes Bettzeug. Ohne - und beim Angriff mitten in der Nacht stehst du entweder auf und kämpfst "felllos" mit oder verbringst eine Viertelstunde im Bad, nur um dann zu merken, dass alles schon vorbei ist.
Dafür habe ich auch noch keine Lösung gefunden.
- Schindluder mit deinem Charakter. Wie oft ist es mir schon passiert, dass mir jemand ein Stück Schwanz abgeschnitten hat? Du wirst nicht wirklich ernstgenommen.
-Schwer zu spielen: Ich ärgere mich jedesmal zu Tode, wenn ich in Miya-Rolle stolpere. Katzenhaftige Bewegungen sind für Normalos wie mich extrem schwierig.
Fazit: Lieber zurück zur menschlichen Magierin!!
Miya sucht ja schon seit den ersten Cons als Katze nach einer Möglichkeit zur Rückverwandlung. Entweder das, oder ich versuche, einen möglichst schönen Tod zu suchen. Vielleicht klappt es bei mir ja eher als bei Lars :p
So, falls du doch noch meinen Charakterbogen sehen willst, hier ist er, wobei ich auch schon finde, dass ich zuviele Vorteile habe:
Vorteile:
Kämpferschutz 1 (Katzen sind reaktionsschneller, können daher besser ausweichen, darum habe ich mir das gegeben)
Regeneration 1 (die „Neun Leben der Katze“ wären dann doch etwas übertrieben ;-), aber es ist wohl so, dass sie nicht totzukriegen sind)
Nachteile:
-Keine Zweihandwaffen (weder Stäbe noch sonst was, die nötige Kraft ist einfach – wohlgemerkt intime - nicht vorhanden)
-Keine Giftimmunitäten (Katzen fressen Fleisch und wenn sie irgendetwas anderes verschlingen, gefräßig wie sie sind, verderben sie sich leicht den Magen)
-Handwerkliche Abenteuerfähigkeiten (Schlösser knacken, Fallen stellen) kosten immer die doppelte Punktzahl. Katzenpfoten sind nun mal etwas ungeschickter als das Präzisionswerkzeug „Menschliche Hand“
-Keine Rüstungen (hindert die Beweglichkeit zu sehr)
-Keine Immunität gegen Geistbeeinflussende Zauber
-Keine mächtigeren Feuerzauber als „Fulumbar“: angesengtes Fell ist nicht so schön
-Feueraugen wirken auf den Charakter wie Furcht (oder wie eine Herausforderung)
-Freundschaft ist ohne Komponenten möglich (nur Kraulen oder so was)
Aber mir sind keine besseren Nachteile eingefallen.
Was sonst noch zum Katzencharakter gehörte, war, dass ich die Fähigkeit "Spuren lesen" zu "Spuren riechen" umbenannt habe.
Was das Ausspielen anging:
- Sonnenbaden, sich bei jeder Gelegenheit irgendwo auf ne Mauer legen und genüßlich räkeln.
- Igitt, Wasser. Sich bei Regen ständig beklagen und ein richtig wehleidiges Gesicht machen.
- Reinlichkeits- und Ordnungsfimmel - fiel mir ja nicht schwer...
- Neugierig sein (noch nicht so schlimm wie bei Kendern, Katzen sind zumindest nicht –ähm- lebensmüde)
- katzentypische Bewegungen. Finger nach dem Essen ablecken, Haare zurechtstreichen, sich nach dem Aufstehen Strecken.
- Verspieltheit, Ablenkbarkeit: Obwohl Miya sehr viel mehr Mensch als Katze ist, kann sie "Spitz-pass-auf-Spielchen" nicht wiederstehen, oder ruhig dasitzenden Heuschrecken. Anna hat mal gedroht, mit unserem 40cm-Durchmesser-Wollknäuel anzukommen. Oder irgendwelchen anderen Viechern, die wegrennen. Auch wenn sie sie nicht frisst. Obwohl,
gebratenen Heuschrecke soll gut sein...
Diese Verspieltheit kann auch zu leichter Grausamkeit ausarten (s. Grenzbrück, Gefangene quälen)
- Nachtsicht (jemand, der im Dunkeln nicht sehen kann und sich im Wald wie ein Rhinozeros anhört, sollte keine Katze spielen, genau wie diejenigen, die bei Hörtests durchfallen)
- Klettern (auf Bäume, Baumstümpe, Felsen). Wenn irgendetwas besprochen wird, sich immer einen erhöhten Zuhörpunkt aussuchen und sich langlegen.
- Empfindlichkeit gegen Gestank. Also von Orks und Zwergen Abstand halten...
- Respekt vor offenem Feuer
- Angst vor Werwölfen oder anderen Hundeartigen. Panik!!!
- sich gerne kraulen lassen oder Haare bürsten. Allerdings hat Miya dem Grenzen gesetzt.
- schnell laufen können...
Was Katzenwesen in Condra angeht, so gibt es die nicht. Miyasaris ist durch einen selbst verschuldeten Unfall zur Katze geworden (bei Hermione von Harry Potter geklaut, ich weiß). Was zur Folge hatte, dass sie als Untersuchungsobjekt der Abteilung für Chimärologie der Akademie zu Nektor herhalten sollte). Weitere Probleme für Katzenwesen in Condra:
Unter den Nekanern war ein Leben unmöglich (man sah ihr ja an, dass sie unerlaubt höhere Magie betrieben hatte, und mit Sonderlingen hat die nekanische Gesellschaft wenig Verständnis) unter den Rebellen geht es.
Angegafft werden etc. ist normal, daher wird es für Katzenwesen in Condra wohl eher Alltag sein, ihr Gesicht zu verbergen. Aber grundsätzlich gewöhnen sich die Leute an dich.
Hintergrund gibt es zu Katzenwesen eigentlich nicht. Es gibt da eine Seite,
http://www.katzenwesen.org, aber die ist von der Lost-Ilands-Leuten
(die Herrin der Unterwelt etc.). Und da die immer als die Katzen-Powergamer genannt werden, ist etwas Vorsicht geboten, auch deshalb, weil deren Katzenkonzepte sehr High-Fantasy sind.
Ansonsten gibt es in den einschlägigen Foren der Larp-Welt oder Larpinfo
sehr viele Threads über Katzenwesen. Solltest du lesen, bevor du dich entscheidest, so etwas zu spielen.
Hintergrundwissen gibt es im Netz wenig, auch in Regelwerken nicht, daher sind die Konzepte auch sehr unterschiedlich.
Was als Anregung hinhalten kann, ist vielleicht die Myranor-Kampagne(Pen&Paper, DSA)
Mein Fazit: Da die Katze damals auch nur deswegen entstanden ist, weil Tara auf dem Tymp nach dem Turnier meinte, ich sollte mal ne Katze spielen, werde ich Miya wohl umändern.
Ach ja: Was Namen angeht: Ich hatte Miyasaris genommen, kurz Miya, weil das auch ne Kurzform von Maria ist, und weil das für eine Felida einprägsam ist.
Sonst sollten Katzennamen wie Laute von Katzen klingen (bei mir das Miauen, weil Miau auf jap. "nya" heißt). Schnurrend mit vielen rrrr oder fauchend mit krchhh. Aber noch melodisch.