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Titel: Nacht in Tharemis Beitrag von: Rhoderan am 24. Juni 2004, 13:01:21 Nachdem die Assoziations-Kette ja ein voller Erfolg war hier nun der Versuch(!) einer kleinen Fortsetzungsgeschichte.
Regeln dazu: 1. die einzelnen Abschnitte sollten nicht länger als sagen wir fünf bis sechs Zeilen sein. 2. Erfahrungsgemäss gleiten diese Storries ziemlich schnell ab. ich würde mich deswegen umso mehr freuen, wenn wir mal ne ernsthafte und "schöne" Geschichte erzählen könnten. 3. Ich habe bewusst Tharemis gewählt um zu erzählen, also lasst eurer Phantasie freien Lauf, bedenkt dabei aber, das wir die Stadt hinterher noch brauchen, gleiches gilt für die meisten NSC und SC. Einbinden dürfte in den meisten Fällen OK sein, töten o.ä. nicht unbedingt... (Wer stirbt schon gern digital?). ich denke wir verstehen uns... 4. Viel Spass dabei Titel: Nacht in Tharemis Beitrag von: Rhoderan am 24. Juni 2004, 13:22:34 Eine warme Sommernacht in Tharemis. Der helle Vollmond bescheint die schwarzen Schieferdächer der Stadt.
Die meisten Menschen schlafen wohl schon doch einzelne Lichter künden noch immer vom regen Treiben, sei es in den Tempeln, in der Ratsburg, der Akademie oder einfach nur in den Tavernen. Etwas oberhalb des Hallers, an den Ruinen eines alten Turmes steht ein einzelner Mann, seine Gestalt ist in einfache Kleidung gehüllt, die an vielen Stellen mehr nach Lumpen aussieht. Er raucht Pfeife während er seinen Blick über die Stadt schweifen lässt. Alles hätte doch so einfach sein sollen... vor nicht mal zwei Stunden hatte alles noch so gut ausgesehen, als sie... Titel: Nacht in Tharemis Beitrag von: Damion am 24. Juni 2004, 18:03:20 ... sich vorsichtig durch das Händlerviertel auf ein großes Lagerhaus zu bewegten.
Sie waren zu viert gewesen, alles erfahrene Diebe und Schmuggler, die schon so manche Beute mit einander geteilt hatten. Ein junger Bursche, Gehilfe eines Kaufmanns und noch reichlich grün hinter den Ohren, hatte im Suff erzählt, welche Schätze seit heute im Lagerhaus seines Herrn aufbewahrt wurden. Er prahlte damit, daß er genau wüßte, wie und wo sie versteckt sind. Nach zwei, drei weiteren Humpen von Angus' Bier und einigen Sticheleien der anderen "Gäste", hatten sie genug gewußt, um loszuziehen. Sie waren bis zum Lagerhaus gekommen, ohne daß sich jemand um Sie gekümmert hatte...... Titel: Nacht in Tharemis Beitrag von: Rhoderan am 24. Juni 2004, 18:38:22 Als sie das Lagerhaus das erstemal durch die lange Gasse sahen, an deren Ende es lag versank grade Die Sonne hintern den Hügeln von Tharemis. einzig die Ratsfeste wurde noch von den letzten Strahlen erhellt.
Das Tor des Lagers war gross genug um auch die übergrossen Karren passieren zu lassen, die die nekanischen Händler früher benutzt hatten. Darüber war ein Wappen in das Mauerwerk eingelassen. Wohl einst prächtig und reich mit Blattgold verziert war es jetzt verdreckt und einige wohl wertvolle Intarsien waren herausgebrochen, dennoch erkannte man immernoch das Wappen... Titel: Nacht in Tharemis Beitrag von: Ilayda am 25. Juni 2004, 18:39:53 ...eines der ehemalig großen Handelshäuser, die ihren Reichtum wohl auch der Verwandtschaft mit dem Königshaus zu verdanken hatten. Die Farben, gold und grün, das Wappentier ein Adler... Ja, der Familie Greifenfels ging es gut damals. Doch als die Nekaner so plötzlich und unfreiwillig die Kontrolle über Condra verloren, verlor die stolze Händlerfamilie ihr Hab und Gut - und ihr Leben.
Seitdem wurde das Lagerhaus von verschiedenen Leuten genutzt, und zuletzt nun von diesem Händler, dessen Gehilfe so leichtfertig vom Eigentum seines Herren geredet hatte. Als sie nun langsam in den länger werdenden Schatten näherkamen... Titel: Nacht in Tharemis Beitrag von: Damion am 26. Juni 2004, 16:19:41 ...verdrängte er jeden Gedanken an die Vergangenheit und konzentrierte sich auf die vor ihm liegende Aufgabe.
Vorsichtig näherten sie sich dem Lagerhaus, bereit sofort unauffällig zu verschwinden, sollte eine Wache auftauchen. Am Tor des Lagerhauses angekommen, zog Torgal einen Bund mit Dietrichen hervor und machte sich daran das Schloß zu öffnen. Die anderen verteilten sich in der Straße und den angrenzenden Gassen und hielten Ausschau. Kurze Zeit später ertönte leise der Signalpfiff. Torgal hatte es geschafft, das Tor war offen. Flink schlüpften sie alle ins Innere des Lagers..... Titel: Nacht in Tharemis Beitrag von: Jerexehy am 27. Juni 2004, 15:50:37 ...und mit einem letzten Blick nach draußen schloß sich das Tor vor den Augen der Außenwelt wieder.
Markes, ein junger und recht kleingewachsener Kerl mit der Gabe in so ziehmlich jeder Situation nicht aufzufallen blieb im Schatten neben dem Tor zurück. Das Tor schloß sich mit einem vorsichtigen Tocken. Stille umfing ihn jetzt. Und nach ein paar Sekunden erst fiel ihm auf wie still es war. Es war einfach zu still. Seine Augen wanderten wachsam umher, aber noch wachsamer waren seine Ohren in der nächsten Minute. Er lauschte auf die Geräusche der Stadt, die Geräusche, die eigentlich jenseits des Tores zu ihm dringen sollten. Diese blieben jedoch aus. Er schob die Kapuze seiner dunkelgrauen Leinengugel zurück und legte ein Ohr an das massive Holztor. Da war ncihts zu hören. Er wandte sich wieder der Umgebung zu. Andere Sinneseindrücke wurden ihm schlagartig übermäßig bewußt. Allen vorran die ungewöhnlich warme Nacht, die ungewöhnliche Milde der Luft, die ungewöhnliche Menge an Schweiß, die ihm den Nacken herunterlief, der ungewöhnlich starke Geruch von verdorbenen Lebensmitteln, der durch die Schwüle der letzten Tage wie eine miefiger Dunstqualle über der Stadt und dem ganzen Tal zu kleben schien. Er warf unruhig einen Blick in die Richtung der Akademie und sah den schwarzen Umrisse der Giebel, die er erkennen konnte, mißmutig entgegen als seinen sie an allem Schuld. Immer wenn es Ärger gab, zog sein Blick automatisch zur Akademie. Er hatte keine Ahnug warum er das tat. Es war wie eine langgehegte Gewohnheit, die er sich seit einem Tag vor vielen Jahren, an den er sich nciht mehr erinnern wollte, zugelegt hatte. Er atmete langgezogen durch die Nase ein und lies die Luft dann leise durch die Zähne entweichen, als könne er sich damit zur Ruhe zwingen. "Dieses Wetter mach mich fertig" murmelte er zu sich. Kurz darauf brach eine Ansammlung der abtrusesten Geräusche zu ihm nach draußen. Als bestätige der Krach all seine Befürchtungen von Unheil der letzten Minuten stürzte er schon zum Tor und riss es mit aller Hast, die seine schmächtigen Arme aufbringen konnten auf. Titel: Nacht in Tharemis Beitrag von: Damion am 06. Juli 2004, 05:51:39 Noch bevor Markes es geschafft hatte das Tor soweit zu öffnen, daß er in das Lagerhaus schlüpfen kann, herrschte schon wieder Stille.
Vorsichtig schleicht er sich durch die Gänge zwischen hohen Stapeln von Kisten, Kästen und Ballen. Immer wieder ruft er leise die Namen seiner Kumpane und stößt dazu einen Signalpfiff aus. "Torgal? Sen-Kar? Walther?" Je weiter er in das Dunkel vordringt und je länger die Stille anhält und seine Rufe ohne Antwort bleiben, desto unruhiger wird Markes. Irgendetwas scheint schrecklich schief gegangen zu sein. Zum ersten Mal in seiner "Karriere" verflucht er die Stille der Nacht und empfindet die Dunkelheit als Feind. Er ist nahe daran seine Kumpane aufzugeben und aus dem Lager zu fliehen, als er ein unterdrücktes Stöhnen und Wimmern hört. Es kommt vom Ende eines Querganges.... |