Condra e.V. Forum

Intime Foren => Tempel => Thema gestartet von: Mätti am 20. Februar 2007, 11:35:03



Titel: Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Mätti am 20. Februar 2007, 11:35:03
Früh am Morgen ging Kaja zu der kleinen Holzhütte die einige Fußminuten vom Tempel entfernt steht.
Dort warteten er einen Augenblick bis Vater Vanadin herraus kam.  
"Der Ewige mit Dir mein Sohn. Was führt Dich zu mir?"

"Vater, es geht um die Pfade der Nacht. Darf ich eintreten?"

Gemeinsam gingen die Beiden in die Hütte.


Titel: Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Mätti am 09. Mai 2007, 09:31:28
Die kleine Holzhütte ist sehr karg eingerichtet.
In der Mitte brennt eine kleine Feuerstelle, von der aus sich eine dünne Rauchfahne durch eine Öfnung in der Decke schlängelt.
An der rechten Seite stehen ein schmales Pult sowie ein Schrank aus dunklem Holz.
Auf der anderen Seite befindet sich ein einfaches Strohbett, auf dem nun Florian liegt und schläft.
Neben ihm auf dem Boden Knien zwei ältere Frauen in weißen Gewändern.
Eine scheint über etwas nachzudenken während die andere eine gelbliche Paste in einem Tiegel zusammenrührt.


Titel: Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Florian Phoenixflug am 09. Mai 2007, 15:01:13
Florian liegt in Fötushaltung unter der Decke und obwohl ihm die Schweißperlen von der Stirn rinnen zittert er bitterlich.
Seine Wunden und die aufgeplatze Haut sind versorgt und mit einer weißen Paste beschmiert worden.
Von Zeit zu Zeit wimmert er und murmelt Worte in einer fremden Sprache vor sich hin.


Titel: Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Mätti am 15. Mai 2007, 22:58:00
Einige Tage waren vergangen. Immer wieder hatte Florian klare Momente in denen es ihm wunderbar ging, doch die meiste Zeit verbrachte er in fiebrigen Träumen.
Tag und Nacht waren die zwei Schwestern bei ihm. Ständig darum bemüht das Fieber mit Wasser zu herunter zu kühlen, oder das Feuer zu schüren wenn er unter Schüttelfrost litt.
Die Wunden, die ständig auf seinem Körper aufbrachen, wurden mit allerlei Mittelchen versorgt. Einige linderten die Schmerzen, aber in Florians Zustand war dies unbedeutend.

An einem regnerischen Nachmittag tratt Vater Vanadin in die kleine Hütte. Seit der Begegnung am Tempel hatte Florian den netten, alten Mann nicht mehr gesehen.
Der Vater wirkte müde und ausgelaugt.
Mit einem Lächeln wandte er sich zu Florian.

"Hallo Florian. Ich möchte Dir einen guten Freund vorstellen.
Dies ist Vater Natan."

Mit einer langsamen und bedeutungsträchtigen Bewegung wies er auf die schmale Gestalt die in der Tür stand.

"Sein Wissen wird Dir auf Deinem Weg weiter helfen. Der Meine ist an diesem Punkt ein Anderer.
Mögen die sieben über Dich wachen. Ich wünsche Dir alle Kraft."

Er nickte Florian zu und verließ dann die Hütte.

Alles der Vater ins Freie tratt viel ein Tropfen schwer auf die rundliche Nase, und zusammen mit der salzigen Träne fanden sie den Weg über die alten, harten Züge der dunklen Haut.


Titel: Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Florian Phoenixflug am 16. Mai 2007, 11:10:46
Mit glasigem Blick fixiert Florian den Priester. Harte Gesichtszüge und offene unverholene Feindschaft blicken Vater nathan entgegen. Doch dann werden Florians Gesichtszüge weicher, gelassener, verzweifelter. Verzweifelt versucht er den Schleier vor seinen Augen wegzublinzeln, scheitert aber kläglich und fällt wieder in einen tiefen, unruhigen Dämmerzustand zurück.


Titel: Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Anonymous am 18. Mai 2007, 01:27:22
Als die Priester den Raum betreten, schaut Lix von dem kleinen Pult auf, in der Erwartung Ayla zu sehen, die sie schon seit einer Stunde ablösen wollte. Die Arbeit, die sie mitgebracht hatte, ist getan, das Essen für die Schwestern, mit denen sich die beiden Mädchen inzwischen angefreundet haben, längst gekocht und gegessen. Ein bisschen nervös, weil sie schon längst an der Fakultät sein sollte, rutscht sie auf dem Stuhl herum. Wahrscheinlich hat Benevias sie bloß wieder erwischt und ihr irgendeinen Blödsinn aufgetragen... Arme Ayla!
Die beiden Männer bemerken Lix anscheinend nicht. Sie beschließt, dass das eine gute Sache ist und verhält sich weiterhin ruhig.


Titel: Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Ayla am 18. Mai 2007, 02:07:02
*Nach noch einer weiteren viertel Stunde erscheint Ayla in der Tür. Sie hat einen wilden Haufen Papiere unter dem Arm den sie erst mal auf den Tsich fallen läst.

Bevor sie irgendt etwas anders tut geht sie zuerst zu Florian herüber und schaut ob er wach ist. Als sie aber feststellt das er nicht ansprechbar ist seuftz sie traurig und geht zu Lix und den Schwestern herüber*

Lix tut mir leid aber Benevias wolte mit "nur noch schnell" sein blöses Sortier System erklären.


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Cindan am 30. Juli 2011, 23:34:49
Ewig langsam schwingt die Türe des Tempels auf und eine mittelgroße Gestalt schiebt sich durch den Spalt, welcher nur wenig Licht von Außen mit sich trägt.
Knarrend wird die Tür wieder zugeschoben und eine ganze Weile ist dies das Einzige was geschieht.
Stille kehrt ein und die Persona steht erstarrt da und blickt sich im inneren des Tempels um.

Auch als ein Novize an ihn heran tritt und ihn mit fragendem Blick anschaut, macht der junge Mann keine Anstalten sich zu rühren oder seine Stimme zu erheben. Träumend schaut er auf die prachtvollen gebogenen Querbalken und die Säulen, welche dem Spitzdach als Fundament dienen. Welch wundervolles Werk....

Ein Räuspern zerreißt die Gedanken und die Person schreckt sichtlich auf.

"Oh, äh entschuldigt, wie unhöflich von mir. Ich... ich suche Vater Valerian. Mir wurde gesagt, ich könne ihn hier finden."


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Poikilotherm am 31. Juli 2011, 00:50:05
"Aber sicher doch. Wenn ihr euch kurz gedulden würdet - ihr dürft gerne solange im Gebet verharren, bis ich den Vater gefunden habe und euch zu ihm bringen kann."

Der Novize verschwindet daraufhin in einem seitlich von einem der Seitenschiffe abgehenden Gang und lässt Cindan allein zurück in seiner Träumerei.

Es ist Mittagszeit und daher strahlen durch die bunten Fenster einige Sonnenstrahlen und erleuchten die Wände und den Boden mit den Mustern, die in den Fenstern eingelassen sind. Die großen Becken und der leise murmelnde Wasserpfad, der sich durch das Hauptschiff zieht, werden von den Strahlen getroffen und malen sich bewegende Wellen aus Licht an die Säulen und Bögen.

Die Stimmung im Tempel ist ruhig, entspannt. Hier und dort sitzen und knien Leute, still ins Gebet vertieft. Vorne am großen Gebetsstein wird gerade von einigen Novizen sauber gemacht. Kurz meint Cindan einen grauen Schatten an einer Wand vorbeihuschen zu sehen, doch beim zweiten Blick scheint es wohl doch nur ein Trugbild gewesen zu sein.

Einige Novizen betreten das Hauptschiff aus einem Gang am Ende desselbigen. Sie sind in Begleitung zweier Priester und werden von diesen in einer halbkreisförmigen Anordnung aufgestellt. Leiser Gesang erhebt sich und erfüllt den ganzen Tempel. In der Luft scheint etwas zu liegen, das man schon fast auf der Haut spürt - als würde der Gesang etwas von dem Göttlichen auf die Haut perlen lassen. Aber vielleicht ist auch das nur ein Teil der Träumerei, der sich Cindan in dieser Umgebung hingeben kann.


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Cindan am 31. Juli 2011, 15:39:22
Cindan beobachtet weiter das Treiben im Tempel, nicht jedoch ohne ab und an in Gedanken zu versinken über das Leben hier.

Kurz nur, als er meint etwas göttliches auf der Haut zu fühlen öffnet er sich, innerlich. Ob göttliche Energie ähnlich funktioniert wie Elementarismus? Laut Prytanus Dagonett entspammt die Energie grundsätzlich aus der selben Quelle, es ist lediglich anders gepolt. Cindan schmunzelt und tritt auf eine Säule zu die er sich näher ansehen will, ob der schönen Zierde die wohl eingemeißelt wurde.


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Poikilotherm am 01. August 2011, 09:43:24
Nach einiger Zeit kommt der Novize in Begleitung von Valerian zurück. "Danke, Gereon, das wäre dann alles." Zu Cindan gewandt begrüßt er diesen: "Cindan! Schön dich zu sehen. Was führt dich denn hierher, an diesen Ort des Glaubens? Hast du seit unserem letzten Zusammentreffen etwas in dir entdeckt, das du erkunden möchtest?" fragt er neugierig.

Valerian trägt heute ausnahmsweise mal nicht seinen Gambeson, sondern die blaue Kutte mit dem weissen Überwurf. Das Licht malt auch auf ihn die Wellen des Wassers, was ihm etwas mystisches verleiht.


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Cindan am 01. August 2011, 10:21:02
Fröhlich erwidert Cindan den Gruß:

"Vater Valerian, ich entdecke doch immer Neues in mir. Das ist Teil unserer Ausbildung. Außerdem hab ich mir von Magistra Mondkind sagen lassen, dass Glaube ein unergründlicher Ozean ist. Auch wenn man meint alles gesehen zu haben, ist das nur die Grenze die unser Geist dem Ganzen gibt."

Er macht einige Schritte zu um den Vater mit einem Handschlag zu begrüßen.

"Vater, ich wollte mich taufen lassen. Minchen ist es wohl sehr wichtig."


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Poikilotherm am 01. August 2011, 10:38:45
"So so... Lass uns ein paar Schritt gehen. Dort drüben gibt es einen kleinen Andachtsraum, dort sind wir ungestört und es ist etwas ruhiger."

Die beiden gehen quer durch das Hauptschiff auf eine Türe zu, die in einem der Seitenschiffe liegt. Die Türe ist aus Holz, condrianische Buche, wie Cindan bemerkt. Darauf abgebildet sind Szenen von Kämpfenden, wobei es scheinbar um den Kampf von Condra gegen Neka geht. Valerian öffnet die Türe und da er niemanden drinnen sitzen sieht, bedeutet er Cindan einzutreten.

Der Raum ist klein, rund und scheint an einer Seite des Tempels zu liegen, wohl Teil einer der mächtigen Säulen, die von aussen zu sehen sind. Gedämpftes Licht fällt durch sehr schmale Fenster herein, sonst ist der Raum nur durch eine einzige Kerze erhellt, die exakt in der Mitte des Raumes steht. Diese ist relativ groß und trägt mehrere große blaue Triskelen aus Wachs an sich. Als Cindan näher kommt, sieht er, dass die Kerze insgesamt 7 Dochte hat, die alle brennen.

An der Wand hängen ein paar Banner in blau-weiss auf denen jeweils ein Symbol zu sehen ist.
(OT: wenn Cindan die Schwestern kennt, sieht er dass es die Symbole der einzelnen Töchter sind)
Sonst ist der Raum schmucklos.

Getrennt durch die Kerze stehen im Raum zwei Stühle, gegeneinander gerichtet. Beide sehen nicht sonderlich bequem aus.

Valerian schliesst die Türe hinter sich: "Setz dich, Cindan. Mach es dir bequem, soweit es geht. Diese Stühle sind nicht dazu gedacht, an diesem Ort zu verweilen, weil es so schön hier drin ist, sondern um sich besser auf sich selbst konzentrieren zu können." Er setzt sich auf einen der Stühle und sieht Cindan erwartungsvoll an: "Nun, Cindan. Es freut mich, dass deine Schritte dich an diesen Ort geführt haben. Doch frage ich mich, ob du tatsächlich bereit bist, den Segen des Ewigen zu empfangen und ob du dich als Teil der großen Gemeinschaft siehst. Sag mir, warum willst du dich taufen lassen?"


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Cindan am 01. August 2011, 11:17:18
Cindan setzt sich und schaut auf die Kerze - ein wundervolles Stück Handarbeit.
Seine Augen schließen sich eine Weile und er versucht sich auf das was er eben gefühlt hatte einzustimmen.

"Zum Einen, würde ich mir der Taufe einer sehr wichtigen Person einen Stein vom Herzen nehmen. Aber da die Frage darauf zielt meine Einstellung zum Glauben zu sehen: Ich habe mittlerweile so etwas wie eine Heimat gefunden. In dieser Heimat lebe ich und helfe das Gebilde aufrecht zu erhalten. Aber es gibt Momente, da möchte man Alleine sein und doch jemanden haben der Zuhört und versteht. Jemanden haben der Anerkennt oder einen den Weg weist."

Er pausiert und schaut von der Kerze auf zu Valerian.

"Ich weis nicht ob ich mir verständlich ausgedrückt hab, aber das ist doch der Grund warum man beginnt zu glauben, oder? Um ein weiteres kleines Licht auf seinen langen Weg geworfen zu bekommen. Oder etwas zu haben, woran man in der Not festhalten kann."


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Poikilotherm am 01. August 2011, 11:50:49
"Der Weg ist das Ziel, Cindan. Es geht nicht darum, dass du diesen Weg gehst, um irgendwo anzukommen. Du kannst dir gewiss sein, das die Seele jedes Gläubigen am Ende des Weges eingehen wird in die Ewigen Fluten, eingehen wird in das Große Ganze, wieder Teil wird des Göttlichen, woraus du bei deiner Geburt ein Stück erhalten hast. Aber was auf dem Weg passiert, das ist ganz dir überlassen. Der Ewige wird nicht von dir einen Weg fordern, sondern dir deinen Weg gestatten. Aber finden musst du ihn selbst."

Nach einer kurzen Pause spricht er weiter: "Cindan, du bist, wenn ich es richtig im Kopf habe, Erzelementarist. Ich verstehe nicht viel davon, aber ich werde versuchen, ein Bild zu finden. Verzeih mir, wenn ich etwas von der Magie falsch verstanden habe."

Wieder eine kurze Pause, in der er nachdenkt. "Sagen wir, du versuchst, eine Struktur zu analysieren. Was würdest du sehen? Sicherlich viele Einflüsse der Elemente:
Humus würde die Lebenskraft spenden, das Pulsieren in den Adern.
Feuer würde den Willen spenden, den heißen Willen zum Leben.
Wasser wäre der Ausgleich, der Ruf nach einer Pause nach einer anstrengenden Arbeit.
Luft wäre die ungestüme Freude über das Leben und die glücklichen Momente.
Eis die Überlegung, die Vernunft, die Logik und sicherlich auch solche Gefühle wie Angst, die jemanden davor bewahren zu ungestüm zu sein, wenn er sich in Gefahr begibt.
Und schliesslich Erz. In meiner Sichtweise der Trotz, der Wille seine Heimat zu erhalten und der Wunsch nach festen Bahnen im Leben. All diese Einflüsse färben auf jeden von uns ab. Auf euch, die ihr Elementaristen seid, mehr als auf andere Menschen.

So ähnlich ist das auch mit dem Ewigen. Er wird in unserem Leben eine Rolle spielen. Er und seine Töchter werden uns begleiten in den wichtigsten Momenten unseres Lebens: der Geburt, der Taufe, der Ehe und dem Tod. Sie werden immer um uns sein, auch wenn sie nicht unbedingt stofflich anwesend sind. Wenn wir sie am dringensten brauchen, können wir zu Ihnen beten und, wenn sie uns wohlgesonnen sind, auch auf eine gnädige Erfüllung unseres innigsten Wunsches hoffen.

So wie ihr die Elemente formt, kann man natürlich nicht mit den Schwestern und dem Nachtblauen umgehen. Sie sind kein Werkzeug, das man in die Hand nimmt. Ihr Wirken wird uns immer ein tiefes Rätsel bleiben, ob Priester oder nicht. Aber niemals werden sie, wenn du nicht darum bittest, auf deinen Weg Einfluss nehmen. Und wenn es dir so erscheint, dann war es wahrscheinlich ein stummer Ruf aus deinem Herzen zu Ihnen.

Ja, man kann in der Not an Ihnen festhalten - alleine schon das Wissen, dass sie auf jeden Gläubigen ein Auge haben und sich um das Wohlergehen ihrer Kinder sorgen, ist ein Trost. Und wenn du das, was du von Condra sagst, nämlich das es deine Heimat ist, ernst meinst, dann verstehst du, warum all die Menschen hier daran glauben. Denn sie alle gehen den Weg des Ewigen und handeln in seinem Namen: vertraue auf dich, vertraue auf deine Freunde, vertraue auf deine Familie und gehe deinen Weg. An jeder Kreuzung wirfst du erneut die Münze, hast die Wahl dich zu wenden, wohin du willst, auch zurück. Doch am Ende sind wir alle wieder Teil des Großen Ganzen. Was uns am Anfang unseres Lebens geschenkt wurde, das wird er dann zurück verlangen. Doch es ist nicht verloren - im Gegenteil. Es wird in der ein oder anderen Form wieder Teil werden von neuem Leben.

Man beginnt aus vielen Gründen zu glauben. Einer davon ist, weil es in unserem Herzen ein Bedürfniss gibt: der Wunsch zu wissen, wo das Ende ist und wie es weiter gehen wird. Es gibt viele Götter in vielen Ländern. Doch der Nachtblaue gibt dir seine Antwort auf diese Frage. Und ein jeder, der dieser Antwort folgen kann, der mag ein gläubiger Condrianer sein, gleich an welchem Ort er geboren wurde."

Nach dieser langen Rede schweigt er kurz, besinnt sich und fragt Cindan dann: "Cindan, es ist löblich von dir dass du Minnchen entlasten willst. Du tust damit viel, was dem Weg des Ewigen entspricht. Doch all das ist keine Antwort auf die eine Frage, die du dir in deinem Inneren selbst stellen musst, wenn du sagst, dass du getauft werden möchtest: bin ich bereit, den Weg des Nachtblauen anzuerkennen, bin ich bereit, meinen Weg zu suchen und zu wissen er mich eines Tages hinführen wird, wenn mein Leben endet. Bin ich bereit, mein Leben, meine Kraft, mein Wissen, meine Magie, mein Können einzusetzen für Condra, für meine Freunde, für meine Familie und den Nachtblauen und seine sieben Töchter. Nur wenn du vor dir selbst bereit bist, dies zu bejahen, kann ich deinem Wunsch entsprechen. Denn sei dir bewusst: wer nicht aufrichtig glaubt, den wird der Ewige strafen bei der Taufe."


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Cindan am 01. August 2011, 13:59:21
Stille herrscht im Zimmer als Valerian seine Rede beendet hat. Cindan blickt noch immer in die Augen des Vaters und eine Weile erscheint es ihm als würden die Augen blau zu strahlen wie der weite Ozean, den allein die mutigsten Seefahrer zu sehen vermögen.

"Vater," ein Lächeln tritt auf seine Lippen, wie man es von ihm kennt.
"Die Antwort ist: Ja. Ja, ich bin bereit diesen Weg zu gehen. Für Condra, meine Freunde, meine Liebsten, für mich."

Sein Blick senkt sich wieder in die 7 Kerzenflammen.

"Ich bin, wenn man sich etwas Zeit nimmt mich zu verstehen, kein böser Mensch, auch kein Schlechter. Vielleicht noch ein wenig Impulsiv oder Unbedacht. Nicht immer seh ich das große Bild, aber ich muss das auch nicht. Wichtig ist doch erstmal nur der Moment, die eine Idee vom weiter kommen. Lebenserfahrung ist der steinige Weg zur Weisheit, sagt man doch."


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Poikilotherm am 01. August 2011, 15:20:41
"Ich wollte dir keinen Vorwurf machen, Cindan. Meine Worte sollten dir nur bewusst machen, welchen Schritt du gehen möchtest. Sie sollten dein Bild des Ewigen korrigieren, wo es fehlte und in deinem Herzen Ihm und den Schwestern einen Platz geben."

"Die Kerze die dort brennt, ist bereits seit vielen Jahren hier. Sicherlich fragst du dich, warum eine Kerze in diesem Tempel steht, eine Kerze mit sieben Flammen. Vielleicht denkst du daran, dass eine Kerze doch eigentlich für den Ewig Flammenden ein Symbol ist. Dann kann ich dir sagen, du hast recht. Es ist ein Symbol für den Ewig Flammenden. Und so wie du sagst, das du bei näherer Betrachtung kein schlechter Mensch bist, so ist auch diese Kerze bei näherer Betrachtung keine schlechte Kerze. In diesem Moment denkst du, das diese Kerze hier unpassend ist. Doch was tut sie hier? "

"Du spricht von der Idee, wie man weiter kommt. Sag mir Cindan, ist der blaue Drache für dich nur etwas, um weiter zu kommen? 'Weiter zu kommen'. Wohin? Zu welchem Ziel? Deine Schritte haben dich in diesen Tempel geführt, in diesen kleinen Raum. Aber wird dich der Ewige weiter bringen? Was erwartest du von ihm? Erwartest du, dass er dir Fragen stellt, Prüfungen auferlegt, auf dass du die Lebenserfahrung sammelst, von der du gesprochen hast?"


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Cindan am 01. August 2011, 15:58:39
"Nein, ich habe mich wohl wieder missverständlich ausgedrückt."

Beginnt Cindan.

"Ich erwarte nichts. Mir soll keiner den Weg bereiten oder mir etwas einfacher machen als es soll. Ich.."
unterbricht er den Satz jäh.
"Ich möchte mich nur wo anlehnen können wenn ich Alleine bin. Jemanden haben der die Kerze höher hält wenn ich es nicht mehr kann um den Weg zu sehen. Jemanden der mir in den Hintern tritt wenn ich es zu müßig finde aufzustehen. Das ist alles was ich brauche. Den Weg gehe ich alleine."

Er blickt auf die Symbole der Kerze. Auf die Einzelnen Schwestern wenn man es so will.

"Ist es nicht das wofür man Glauben hat? Einen Zufluchtsort, einen Garten den man pflegt und auf dem man sich stützen kann, wenn alles um einen herum wankt? Inden man tritt, auch wenn es schön ist, um sich vom Rest zu erholen. Etwas was eben Anders ist als der Rest; - besonders und in jedem von uns irgendwie vorhanden?"



Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Poikilotherm am 01. August 2011, 16:22:45
"Ja. Diese Kerze dort ist so ein Garten. Sie steht in diesem Raum und erleuchtet ihn. Die Sieben Schwestern, für die die Flammen stehen, erleuchten diesen Raum Tag und Nacht. Denn wer in diesen Raum tritt, der braucht keine Angst mehr vor der Nacht zu haben. Denn wer recht im Glauben an den Nachtblauen ist, der braucht die Nacht nicht mehr zu fürchten. Deshalb steht diese Kerze hier - ein jeder der kommt, bei Tag wie bei Nacht, ist umgeben von den Schwestern und dem Ewigen an diesem Ort.

Diese Kerze ist das Leuchtfeuer auf der Klippe, das Licht im Moor bei dunkler Nacht. Und Menschen, deren Weg von Dunkelheit umhüllt ist, können an diesem Ort ein Licht auf die Kreuzung scheinen lassen, an der sie stehen.

Und so hast auch du wohl getan, an diesen Ort zu kommen. Du stehst vor der Entscheidung des Glaubens. Du bist bereit, sie zu fällen und mit den Konsequenzen zu leben. Sage mir, was würde sich für dich ändern in deinem Leben, wenn du ein getaufter Condrianer wirst?"


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Cindan am 01. August 2011, 22:57:27
Er überlegt kurz.

"Nichts; Würde der weise Mann sagen, denn der Ewige hat mir diesen Weg als Möglichkeit genannt und ich habe ihn selbst gewählt. Alles; würde der Vorausschauende sagen, denn mit diesem Schritt werden hunderte neue Wege möglich, zwischen denen ich wählen muss. Mein Leben wird dadurch nicht Besser oder Schlechter, ich habe nur eine weitere Kreuzung hinter mir gelassen."

Cindan blickt sich im Raum um und versucht einen Schattenwurf von der Kerze ausfindig zu machen.

"Ich werde nur dem Ewigen einen Platz in meinem Leben einräumen. Ihn ehren und zu seinen Töchtern beten, würde der Gemeine sagen."


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Poikilotherm am 02. August 2011, 10:08:02
"Nun, so sei es. Geh und bereite dich vor. Verabschiede dich von deinen Freunden, deiner Familie, bevor du dich auf den Weg machst. Du wirst dich bis zum morgigen Tag am Dunkelsee einfinden, gekleidet in ein langes weisses Hemd. Nimm keine Waffe, keine Bücher, keine Utensilien oder sonstiges mit. Wenn du willst, darfst du Schuhe tragen."

"Wenn du dort angekommen bist, wandere um den See. Werde dir nochmals bewusst, welchen Schritt du gehen willst. Komm mit dir selbst ins Reine, sodass dein Geist frei ist von weltlichen Dingen. Sprich mit den Menschen am See, wenn sie möchten. Sprich NICHT mit den Wiedertäufern, wenn du welche sehen solltest. An dem Ort, der für dich bestimmt ist, wird man dich erwarten."

Valerian steht auf und reicht Cindan die Hand, mit dem festen Druck wie immer: "Ich verabschiede mich für heute von dir als Freund, als Priester und als einer derjenigen, die dich auf diesem Weg geleiten werden. Morgen hoffe ich dich als Bruder im Glauben zu begrüßen."


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Geflüster am 26. August 2017, 15:11:27
Früher Morgen.
Das Gebet ist beendet.
Eifrig diskutieren die drei Priester Grunathas.

Bewölkter Mittag.
Das Gebet ist beendet.
Die drei Priester Grunathas sind uneins.

Später Abend.
Das Gebet ist beendet.
Gemeinsam entscheiden die drei Priester Grunathas.

Nacht.
Die Stimme erklingt.
Eine Jagd beginnt.


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Geflüster am 29. August 2017, 13:20:40
Hufe in der Nacht.
Schwingen in den Morgen.
Die Stimme erklingt.

Ich kenne deine Klinge,
deines Schwerts, so scharf und blank.

Du, entsprossen aus dem Samen Grunathas
wutentbrannt und flutgleich,
das Sklavenjoch zu zerbrechen,
ewige Freiheit, sei gegrüßt.


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Geflüster am 30. August 2017, 07:28:17
Im Einklang sind
Auge,
Herz,
und Verstand.

Ein Lufthauch nur
leise,
rasch,
und unscheinbar.

Die Sehne schwingt,
die Feder flirrt,
er fliegt, der Pfeil


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Geflüster am 03. September 2017, 12:37:12
Durch Gassen und Geäst.
Gewundene Schritte abseits der Wege.
Hinaus aus sicherem Nest.

Der spitze Zahn sucht nacktes Fleisch.
Rausch fließt durch die Venen.
Und schmerzerfüllt ein Seelenreich.

Sie windet sich in engen Bahnen,
in ihrem ew'gen Kreis,
die Schlange


Titel: Re:Im Tempel nahe Tharemis
Beitrag von: Geflüster am 21. September 2017, 17:21:46
Blind hängt das Torenherz an seinem Bunde.
Ein Spiegel für der Gemeinschaft Seele.
Das Wahrheit spricht und lügt zu jeder Stunde.
Dem saure Worte rinnen durch die Kehle.

Wie die Fahne hoch im Wind,
die wankelnd eine Richtung sinnt,
sucht er nach falsch und wahr,
der Narr